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Eller
Flüchtlinge: Schützen feiern Willkommensfest

Eller: Flüchtlinge: Schützen feiern Willkommensfest
Bereiteten den Flüchtlingen einen netten Abend in Eller: Schützenchef Lothar Adams (r.), Pantomime Nemo und Sängerin Mercedes Alfonso FOTO: G. Salzburg
Eller. Ein Begegnungsfest rund um das Schützenheim in Eller ermöglicht ein gegenseitiges Kennenlernen Von Sven-André Dreyer

Er tue sich schwer mit dem Begriff "Flüchtlinge", sagt Lothar Adams, Schützenchef des St.-Sebastianus-Schützenvereins Düsseldorf Eller. Er nutze lieber den Begriff "Schutzsuchende". Adams nimmt damit vorweg, was ihm und den Elleraner Schützen gestern Abend bei ihrem Begegnungsfest wichtig war: "Wir wollen einen Dialog ermöglichen, um uns gegenseitig besser kennenlernen und verstehen zu können", erklärt der Schützenchef die Einladung zum Begegnungsfest am Vereinsheim der Schützen an der Heidelbergerstraße.

Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Karnevalsverein Hötter Jonges sowie zahlreichen Bürgern und weiteren Institutionen organisierten und veranstalteten die Schützen ein informatives und gleichsam unterhaltsames Zusammentreffen von Flüchtlingen, Bürgern und den zahlreichen Helfern, die sich allesamt seit Anfang September ehrenamtlich um das Wohl der geflohenen Menschen kümmern. Während die Ehrenamtler zum Beispiel tagtäglich gemeinsam das Abendessen zubereiten, beteiligen sich unter anderem auch der Sportverein Eller 04 sowie die Werbegemeinschaft Eller an vielen Aktionen zugunsten der Immigranten. Das Deutsche Rote Kreuz koordiniert die Platzstruktur und stellt rund um die Uhr Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

Hintergrund des Festes ist die Unterbringung von rund 340 Flüchtlingen - darunter 40 Kinder und 40 weibliche Schutzsuchende - in der Erstaufnahmestelle an der Heidelberger Straße. In vier Großzelten, zwei davon dienen dem Aufenthalt und den sanitären Einrichtungen, leben derzeit Syrer, Afghanen, Pakistani, Albaner, Iraner und Iraker friedlich miteinander. "Rund zehn Nationen finden hier auf dem Schützenplatz eine Unterkunft", erklärt Herbert Prickler, erster stellvertretender Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 8. Und auch das Zusammenspiel zwischen Diakonie, Deutschem Roten Kreuz und weiteren Hilfsorganisationen laufe sehr harmonisch, betont Prickler, der sich mit seiner Frau Sylvia so wie viele andere Bürger ebenfalls ehrenamtlich vor Ort engagiert.

Nach Ankunft der Flüchtlinge am 5. September soll die Interimslösung noch bis Ende November in Eller Bestand haben. "Die Großzelte sind allesamt nicht winterfest", sagt Prickler und deutet auf zahlreiche Spalten und Risse in der Außenverkleidung. Wie es danach weitergeht, ist bislang unklar.

Bei von den Schützen gestiftet Getränken und einem kleinen Imbiss soll, so Adams weiter, das Rollenverständnis in lockerer und entspannter Atmosphäre untereinander gestärkt, eine Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht werden. "Die Menschen", so Adams, "sollen in Bewegung kommen und aufeinander zugehen." Neben einer professionellen Kinderbetreuung mit zahlreichen Spielen, Torwandschießen und Kinderschminken konnten die Schützen auch Musiker für die Abendunterhaltung gewinnen. Neben einer syrischen Band spielten auch die Musikerinnen Marie Rauschen, Gewinnerin des diesjährigen Song-Contest auf dem Gumbertstraßenfest, sowie Mercedes Alfonso. Und auch der Düsseldorfer Pantomime Nemo alias Wolfgang Neuhausen wurde von Adams angesprochen. Auch er engagiert sich ehrenamtlich und sorgte mit seiner kunstvollen Vorstellung für eine vergnügliche Zeit im Vereinsheim.

"Wir bleiben auch mit dieser Veranstaltung unserem Leitspruch "Hinschauen, nicht wegschauen" einmal mehr treu", freut sich Adams, der damit auch die Rolle der Schützen als Bindeglied zur Gesellschaft unterstreicht.

Die beiden am Eingang des Schützenplatzes aufgehängten Banner unterstreichen dies eindrucksvoll. "Refugees welcome - Flüchtlinge willkommen" steht dort in großen Lettern in Schwarz auf Pink geschrieben.

Quelle: RP
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