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Eller
Historiker kritisiert Abriss in Eller

Eller. Ulrich Brzosa wirft der Stadt bei der Gumbertstraße "schlechte Recherche" vor. Von Marc Ingel

Kaum einer dürfte sich in der Geschichte von Eller so gut auskennen wie Ulrich Brzosa. Den Historiker ärgere es enorm, dass in den vergangenen zehn Jahren ein halbes Dutzend Häuser in Eller der Abrissbirne zum Opfer gefallen seien, die alle weit vor 1900 errichtet wurden. Dementsprechend hellhörig wurde er jetzt, als in den Unterlagen für die Sitzung der Bezirksvertretung 8 heute (17 Uhr, Rathaus Eller) der Abbruchantrag für das Haus Gumbertstraße 107 auftauchte. Trotz Erhaltungssatzung für diesen Bereich sei das Haus aus dem Jahr 1920 eben nicht erhaltenswert, da es unter anderem keine historisch bedeutsamen Fassadenelemente aufweise.

Humbug, sagt Brzosa von den Eller Stadtteilaktivisten. Er kritisiert vor allem, dass das Haus nicht von 1920, sondern aus der Zeit um 1870 stamme und somit zu den ältesten Häusern an der Gumbertstraße zähle. "Das Haus gibt Zeugnis davon, dass die Gumbertstraße vor dem Bauboom der Industrialisierung eine gewöhnliche Landstraße von Eller nach Düsseldorf war, die mit einigen, für die damalige Zeit typischen ein- bis eineinhalbgeschossigen Kleinhäusern bebaut war. Warum die Verwaltung diesen Befund geschichtlich für nicht bedeutend hält, ist für uns völlig schleierhaft", sagt Brzosa. Dafür, dass die Experten der Stadt sich womöglich um satte 50 Jahre verrechnet haben, habe er nur eine Erklärung: "Einfach schlecht recherchiert."

Eine emotionale Komponente komme noch hinzu: Im Haus Gumbertstraße 107 sei jahrzehntelang "das" Zoofachgeschäft in Eller gewesen.

Quelle: RP
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