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Bahnübergang in Düsseldorf-Eller
Lärmschutz abhängig vom Hackenbruch

Bahnübergang in Düsseldorf-Eller: Lärmschutz abhängig vom Hackenbruch
Da der Übergang in Eller beschrankt ist, dürfen die Züge dort nicht so schnell fahren, wie die Bahn es gerne hätte. Deshalb ist das Unternehmen sehr daran interessiert, dass die Straße unter den Gleisen hindurchgeführt wird. FOTO: Andreas Endermann
Eller. Die Bahn möchte, dass der Bahnübergang in Düsseldorf-Eller umgebaut wird, die Anwohner hoffen, dass sie im Gegenzug besser vor Krach geschützt werden. Am Donnerstag treffen sich die Bürger zu einem Infoabend. Von Christian Herrendorf

Wer am Hackenbruch über die Gleise fährt, ahnt nicht, welche Bedeutung der Ort hat. Ein paar leicht altmodische Schranken stehen dort, ansonsten ist es - solange gerade kein Zug vorbeikommt - angenehm ruhig und beschaulich. In der Diskussion um den Lärmschutz an der Güterstrecke Rath-Eller spielt eben dieser Bahnübergang eine herausragende Rolle. Die Bahn möchte diesen letzten beschrankten Übergang loswerden, damit die Züge dort schneller fahren können. Dieser Wunsch, die Straße unter den Schienen herzuführen, bedeutet für das Unternehmen aber voraussichtlich, dass es mehr zum Schutz der Anwohner tun muss.

Die Strecke Rath-Eller ist wie der Gotthard-Tunnel Teil des EU-Rhein-Alpen-Korridors, deshalb steht ein deutlicher Anstieg der Zahl der Züge pro Tag zu erwarten. Nach Angaben der Bahn wächst sie von 112 derzeit auf etwa 219 im Jahr 2025. Dennoch nimmt die Bahn bisher die Position ein, dass sie den Lärmschutz für die Anwohner nicht verbessern muss. Sie begründet das damit, dass es diese Veränderung "im Bestand" geschehen, da sie keine neuen oder zusätzlichen Trassen baut. Genau dort setzt nun eine der beiden Hoffnungen der Betroffenen an:

Hoffnung 1 Strittig ist die Frage, wie man "erheblicher baulicher Eingriff" definiert. Dieser ist die Voraussetzung dafür, dass der Lärmschutz verbessert werden muss. Aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts hat das Eisenbahn-Bundesamt eine Verordnung erlassen, die den Begriff weiter auslegt. Danach ist der Umbau eines Bahnübergangs ein erheblicher Eingriff, wenn dadurch die Leistungsfähigkeit der Strecke erhöht wird, dort also mehr, schnellere und/oder schwerere Züge fahren. Eben dies geschieht am Hackenbruch. Wenn die Autos nicht mehr über die Gleise fahren und keine Schranken mehr erforderlich sind, können die Züge dort mindestens 120 km/h statt bisher 80 km/h fahren. Wie beschrieben werden es zudem mehr und auch längere Züge.

Das hiesige Verkehrsdezernat wollte eben diesen Punkt mit dem Eisenbahn-Bundesamt bei einer Tagung des Städtetags in Düsseldorf besprechen. Die Vertreter der Behörde sagten allerdings ab, boten aber zugleich an, Fragen der Stadt und der Bürger im Nachhinein gerne zu beantworten. Die Stadt fragt deshalb nun danach, was für die Strecke zu erwarten steht. Die Antwort wäre dann eng mit der beschriebenen Verordnung verknüpft.

Hoffnung 2 Sollte der Lärmschutz nicht über die juristische Auslegung verbessert werden können, gibt es einen Ansatz über den Umbau des Hackenbruchs selbst. Wenn die Stadt mit der Deutschen Bahn eine Planungsvereinbarung zur Beseitigung dieses lästigen Nadelöhrs abschließt (wozu die Bahn die Stadt bereits aufgefordert hat), könnte diese Vereinbarung beinhalten, dass sich die Bahn zum Lärmschutz entlang der gesamten Strecke verpflichtet. Auch in diesen Verhandlungen spielt die Verordnung des Eisenbahn-Bundesamtes eine wesentliche Rolle. Dort heißt es nämlich auch, dass bei Umbauten nicht nur die betroffenen Stelle mit Lärmschutz zu versehen ist (wie die Bahn bisher meint), sondern der gesamte Streckenabschnitt.

Wie berechtigt die Hoffnungen sind und welche anderen Möglichkeiten des Lärmschutzes es noch gibt, erörtern die Betroffenen heute Abend. Die Bürgerinitiative "Bahnlärm - so nicht" lädt für 19 Uhr zum Informationsabend in die Gaststätte "Am Ostpark" (Ölbachweg 5) ein.

Quelle: RP
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