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Eller
Leser wollen für Flüchtling zahlen - Bahn verzichtet

Eller. Die Reaktionen auf den gestrigen Bericht der Rheinischen Post über eine Afghanin, die versehentlich Erste Klasse gefahren war und nun ein erhöhtes Beförderungsgeld von 60 Euro bezahlen soll, fielen bei den Lesern der Rheinischen Post sehr unterschiedlich aus. Viele Leser waren der Ansicht, dass dies nun einmal so sei und Unwissenheit eben nicht vor Strafe schütze, einige hatten aber auch Verständnis für die Situation der Frau, die schlicht nicht wusste, dass es in der S-Bahn zwei verschiedenen Klassen gibt.

Drei Leser erklärten sich gestern bereit, das erhöhte Beförderungsgeld für die Frau zu bezahlen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. So wollte ein Düsseldorfer lediglich den manchmal hämischen Kommentaren im Internet etwas entgegensetzen und der Frau die Sorge nehmen. "Sollte die Bahn doch noch auf das Geld verzichten, kann sie meines gerne behalten und ihrer Familie damit was Gutes tun", sagte er. Er wolle zeigen, dass es auch viele Menschen in Düsseldorf gibt, die Verständnis haben. Auch Sandra Langer erklärte sich bereit, die 60 Euro zu zahlen. Auch sie will mit dem Geld zeigen, dass viele Menschen Verständnis für die Situation haben. "Ich würde erwarten, dass sich die Bahn in solch einem Fall kulant zeigt", sagt sie. Eine andere Frau, die ebenfalls die 60 Euro bezahlen, aber nicht mit ihrem Namen genannt werden möchte, nannte schlicht "Anstand" als Grund.

Mehrere Leser wiesen darauf hin, dass es wirklich schwer sei, die Klassen voneinander in den Zügen zu unterscheiden. So etwa Peters Anders, der auch schon einmal falsch gesessen hatte, kontrolliert wurde. Derweil hat die Bahn aber schon eingelenkt. Ein Sprecher sagte gestern, das Unternehmen verzichte auf die 60 Euro. Man wolle nun lediglich den Fahrpreis für die Erste Klasse berechnen.

(tt)
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