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Eller
Neue Farbe für die Unterführung in Eller

Eller. Bereits zum zweiten Mal wurde die "Hall of Fame" in Eller von rund 150 Sprayern gestaltet.

Die Stimmung an der Unterführung ist gelöst: Das Rauschen der Bahnen, die am S-Bahnhof Eller halten, und das Geräusch, das beim Schütteln von Spraydosen entsteht, mischt sich an der Vennhauser Allee mit deutschem Hip-Hop. Es riecht nach Lacken und frischer Farbe, viele der Anwesenden tragen zum Arbeiten legere, mitunter farbenverschmierte Kleidung: "Wir wollen hier heute einen entspannten Tag verbringen", sagt Frank Brenner (41) und sprüht mit ausladendem Schwung einen weiteren Buchstaben an die Wand. Mit seiner Freundin Evelyn Schmitz (35) gestaltet er eine rund fünf mal drei Meter große Fläche mit einem eigen erdachten Bild und ist damit Teil der Aktion "Hall of Fame" des Vereins "Verbunt Jugendkunst".

Der seit 2010 existierende Verein will durch alltagsorientierte künstlerische Angebote und Aktionen wie dem legalen Sprayen im öffentlichen Raum und mit hilfe des Kulturamtes junge Menschen in Düsseldorf unterstützen. Und so lud er bereits zum zweiten Mal dazu ein, die bis vor einem Jahr tristen Betonwände der S-Bahnunterführung in Eller durch eine Graffiti-Aktion aufwändig und bunt zu gestalten.

Während Brenner seit 1989 Teil der Szene ist, sprüht seine Freundin erst seit 2015. "Ich habe Kunst studiert und bin begeistert von dieser Art des Malens", sagt Schmitz, die seither mit ihrem Freund die großformatigen Bilder entwirft. Während er einen Schriftzug in das Bild integriert, sorgt sie mit einem gesprühten Gemälde der bekannten Comicfigur "Dennis" - im Original vom amerikanischen Comiczeichner Hank Ketcham als Comicstrip "Dennis the Menace" für Tageszeitungen entwickelt - für Wiedererkennung. Und auch andere Künstler sorgen in Eller für Bekanntes: Das vom belgischen Zeichner André Franquin bereits im Jahr 1952 entworfene Marsupilami hüpft nun über die Bushaltestelle der Linie 722. Aber auch mit vielen selbstständig entwickelten Charakteren und Typographien präsentieren sich Künstler aus Düsseldorf und umliegenden Städten vor Ort.

In diesem Jahr hatten rund 150 Sprayer ihre Teilnahme für das vergangene Wochenende beim Verein angemeldet und erhielten von den Organisatoren neben einer Grundausstattung an Lacken eine zu gestaltende Fläche entlang der Vennhauser Allee zugewiesen. In den Tagen zuvor wurden die bereits erstmals 2015 legal besprühten Wände erneut grundiert, um Flächen für die neue Gestaltung zu bieten. "Viele Anwohner fragten besorgt, warum wir die farbenfrohen Wände nun wieder einfarbig streichen", sagt Anne Karategin vom Verein. "Das zeigt uns, wie sehr auch die Anwohner die neue Gestaltung der einst grauen Betonwände schätzen."

(sdr)
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