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Eller
Plötzlich war Pizarro da

Eller. Werder Bremen schwimmt gerade auf einer Erfolgswelle. Der TSV Eller 04 hat dem Fußball-Bundesligisten vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen seinen Trainingsplatz zur Verfügung gestellt, seitdem läuft's. Werder will wiederkommen. Von Marc Ingel

Der TSV Eller 04 hat in der Fußball-Bezirksliga den durchaus möglichen Aufstieg verspielt. Gerade gegen die vermeintlich "Kleinen" hat das Team unnötig Punkte liegen gelassen, auf zehn Punkte ist der Abstand des Tabellenfünften auf den Spitzenreiter angewachsen.

Da kann man sich dann auch durchaus mal anderen Dingen zuwenden - wie zum Beispiel prominente Gäste zu empfangen. Das tat der Verein Anfang März, als der SV Werder Bremen an der Vennhauser Allee sein Vorbereitungstraining für das Auswärtsspiel in Leverkusen absolvierte. Dem Fußball-Bundesligisten gefiel es in Eller ausgesprochen gut, so dass ein Wiedersehen vor dem Gastspiel in Köln am 5. Mai wahrscheinlich ist. Denn: Seit dieser Trainingseinheit beim TSV Eller 04 hat Werder Bremen kein einziges Spiel mehr verloren und ist spätestens nach dem Derbysieg gegen den Hamburger SV am Osterwochenende von einem Abstiegsaspiranten zu einem Europe-League-Anwärter geworden.

"Die Anfrage kam über das Sportamt, die Bremer waren in einem Hotel in Erkrath untergebracht und benötigten ein Trainingsgelände in der Nähe. Das konnten wir bieten, bis zur Vennhauser Allee sind es fünf Minuten", berichtet der stellvertretende Abteilungsleiter Damian Kottucz. Natürlich benötigte der Bundesligist einen richtigen und keinen Kunstrasenplatz. Auch den hat der TSV auf seinem Gelände, nachdem der alte Ascheplatz vor drei Jahren umgewandelt wurde. "Der ist zwar sehr sensibel und muss bei schlechtem Wetter schnell gesperrt werden, aber rund um den 10. März blieb es zum Glück trocken", so Kottucz.

Dass sich der Rasen in so einem guten Zustand präsentierte, ist auch ein Verdienst von Andreas Bertram und seinem Team. Der Platzwart hat ein eigenes Gebäudereinigungsunternehmen, ist außerdem Erster Vorsitzender. "Vor zwei Jahren war der Posten vakant, da hat es der Andreas halt gemacht. Und bis heute hat sich kein anderer aufgedrängt", erzählt Kottucz. So läuft das in Eller.

Gelaufen sind auch die Bremer an dem Freitagmorgen, haben Ecken geübt und sich auf Abstiegskampf in Leverkusen an dem Abend eingestimmt. Das hat offenbar geholfen, seitdem holten die Werderaner satte elf Punkte aus fünf Spielen und sind mittlerweile auf Rang acht in der Tabelle angekommen. Da Nationalspieler Serge Gnabry verletzt ausgefallen war, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Zaungäste auf Claudio Pizarro. Der Peruaner machte seinem Ruf als einer der sympathischsten Spieler in der Bundesliga alle Ehre. "Unglaublich, wie nett und umgänglich der ist, er hat sich wirklich für jeden Zeit genommen und für Handy-Fotos posiert", so Kottucz. Auch er und Bertram erhielten ihren Schnappschuss. "Ich habe ihm dann noch gesagt, es sei mal an der Zeit für sein erstes Saisontor. Und sogar das hat mit dem 1:1-Ausgleich in Leverkusen geklappt", erzählt Kottucz.

Wenn die Bremer nun am 5. Mai ihr Auswärtsspiel beim 1.FC Köln bestreiten, hofft man in Eller erneut auf eine Stippvisite des Teams von Trainer Alexander Nouri. Insgeheim könnten die Mitglieder des Vereins mit Sicherheit auch gut damit leben, wenn der idyllisch und etwas abgeschirmt liegende Platz am Eller Forst auf Dauer Anlaufstelle für die Hanseaten wird. Dass dann der 38-jährige Claudio Pizarro noch mit an Bord ist, dürfte allerdings eher unwahrscheinlich sein.

Quelle: RP
 
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