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Eller
Positiv dagegen

Eller. Mit neuem Logo und geschärftem Profil feiert die Lore-Lorentz-Schule ein außergewöhnliches Schulfest. Von Marc Ingel

Wenn angehende Erzieher eine wagemutige Breakdance-Performance zeigen, Schüler einen im Deutschunterricht einstudierten Rap singen und Gestaltungstechnikerinnen Mangas zeichnen, dann befindet der Besucher sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Lore-Lorentz-Schule in Eller. "Zeig', was in Dir steckt", wurde das gestrige Sommerfest betitelt, denn die Jugendlichen präsentierten aus diesem Anlass ihre Talente, die im Schulalltag in der Regel unentdeckt bleiben.

Das wollte sich auch Kay Lorentz nicht entgehen lassen. Der Sohn der Kom(m)ödchen-Gründerin Lore Lorentz, nach der die damalige Kollegschule Kikweg sich 1998 benannt hat, pflegt noch immer ein sehr enges Verhältnis zu Lehrern und Schülern, oft vermittelt er Kabarettisten wie Christian Ehring oder Fatih Cevikkollu, die dann bei der Abi-Feier in der Aula Auszüge aus ihrem Repertoire zeigen - auch das unterscheidet die Lore-Lorentz-Schule von anderen Einrichtungen ihrer Art.

"Der Identifikationsfaktor hier ist enorm hoch, Vielfalt und Individualität sollen und werden auch schulisch ausgelebt, dafür gibt es bei uns allein 15 verschiedene Bildungsgänge", sagt Schülerin Jasmin Moussaoui. Das Berufskolleg mit beruflichem Gymnasium biete den Schülern optimale Möglichkeiten, ihre Stärken auszuschöpfen, betont die angehende Fremdsprachenkorrespondentin, die allein neun Stunden Englisch in der Woche hat und bald ein Auslandspraktikum absolvieren wird. "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte immer noch Chemie, bloß nicht", winkt die junge Schülerin ab.

Um die in Anlehnung an die Namensgeberin verbürgte kritische, aber trotzdem produktive Einstellung der Schüler auch nach außen zu dokumentieren, haben sich die Jugendlichen einen Slogan überlegt, der als alternatives Logo gestern auf Stofftaschen gedruckt wurde und künftig ebenso auf Pullis oder T-Shirts zu sehen sein soll: "Positiv dagegen" ist zudem der Titel eines Rap-Songs, den Ivaldo Bessiere interpretierte. Nicht minder beachtet ist seine eigenwillige Adaption vom Märchen Aschenputtel, die bei ihm den Titel "Aschenbecher" trägt. Dass sich die Schule zudem auch sportlich nicht verstecken muss, demonstrierte ein Trio, das einen spektakulären Parcourlauf zelebrierte. Und mit Jannik Hartstein hat man sogar einen echten Kayak-Junioren-Weltmeister.

Die Verbundenheit mit der Lore-Lorentz-Schule bleibt in der Regel Jahre, wenn nicht Jahrzehnte bestehen, bestätigt Lehrer Uli Schirmer. Im September gebe es ein großes Ehemaligen-Treffen, mehr als 1000 Ex-Schüler seien angeschrieben worden.

Die Lore-Lorentz-Schule besteht aus zwei Häusern, dazwischen liegt die Schlossallee. Gebäude eins ist in die Jahre gekommen, Lehrer Michael Peters berichtet von den Plänen, das alte Haus kernsanieren oder gleich abreißen zu lassen und einen Neubau zu errichten. "Wenn der Neubau kommt, dann soll das neue Haus zwei als Vorbild dienen", sagt Peters. Es sei das erste Schulgebäude in Düsseldorf und im Regierungsbezirk gewesen, das komplett im Passivhaus-Standard errichtet wurde.

Die gute Atmosphäre in dem Berufskolleg führt offensichtlich zu erhöhter Kreativität. Denn was die Schüler gerade im Bereich Poetry Slam gestern zusätzlich auf die Beine stellten, war schon enorm und hat seine Wurzeln tatsächlich im Unterricht.

Quelle: RP
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