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Flehe/Altstadt
Jugendfußballer aus Birmingham zu Gast

Flehe/Altstadt. Oberbürgermeister Thomas Geisel empfing Sportler aus Großbritannien und Flehe, die seit vielen Jahren einen Jugendaustausch pflegen. Von Tino Hermanns

Alle zwei Jahre kommt Neid auf bei den Verantwortlichen und Jugendfußballern des Four Oaks Boys Club aus Sutton Coldfield in Birmingham. "Wir haben keine eigene Platzanlage, sondern müssen auf fünf verschiedenen öffentlichen Plätzen spielen. Da gibt es keine Umkleidekabinen oder Toiletten", erzählt Andy Crewer. "In unserem Clubhaus gibt es keine Bar." Crewer ist Leiter der Reisegruppe, die aus Sutton Coldfield über Ostern beim DJK TuSA 06 aus dem Stadtteil Flehe zu Gast war, auf der Vereinsanlage ein Turnier spielte und die Vorzüge eines bewirteten Vereinsheims genießen konnte. Das geht so alle zwei Jahre: In den ungeraden Jahren besuchen die TuSA-Jugendkicker zwischen 12 und 15 Jahren ihre Sportartkameraden in den englischen West Midlands. In den geraden Jahren sind die Engländer in Düsseldorf.

Einer der vielen Programmpunkte des einwöchigen Aufenthalts der Engländer war der Empfang für die gemeinsame TuSA/Four Oaks-Delegation im Rathaus. Oberbürgermeister Thomas Geisel schlug dabei sogar nahezu perfekt ein Rad und erklärte den Besuchern, wieso der Radschläger ein Symbol Düsseldorfs ist. "Wenn die TuSA bei uns ist, werden wir alle vom Lord Mayor Birminghams empfangen", sagte Crewer.

Die Begegnung mit dem jeweiligen Ersten Bürger der Städte wird weiter gepflegt. Crewer und Anke Teraa, die vom TuSA-Vorstand Beauftragte für den internationalen Jugendaustausch, haben sich über einen zehnjährigen Rahmenplan verständigt. Das verlangt Eigeninitiative vom Boys Club. Er muss alle zwei Jahre die Reise komplett selbst finanzieren, mindestens 4000 Euro aufbringen. "Wir bekommen keine finanzielle Hilfe von der Stadt Birmingham oder vom Fußballverband. Deshalb veranstalten wir alles Mögliche, um Geld einzunehmen, und sind auf Spenden angewiesen", berichtet Crewer. Da hat es die TuSA einfacher, denn sie erhält monetäre Hilfen von der Stadt und dem Verband. Allerdings werden dadurch nicht alle Kosten gedeckt.

Bereits seit 1970 kommen sich alljährlich die D- und C-Jugendteams der beiden Vereine näher. Das ist englandweit der am längsten regelmäßig stattfindende Jugendaustausch. "Inzwischen ist es ein generationsübergreifendes Projekt. Väter wollen, dass ihre Söhne nach England fahren", so Teraa.

In den vergangenen Jahren haben sich viele echte Freundschaften entwickelt. "Die meisten sind per Facebook in Kontakt, aber einiges geht darüber hinaus", erläutert der stellvertretende TuSA-Vorsitzende Thomas Götz. Sein Sohn ist 19 Jahre alt, war vor ein paar Jahren in Sutton Coldfield und wird von seiner damaligen Gastfamilie zu jeder Familienfeier eingeladen. Fußball ist nur der Aufhänger. Es geht darum, Jugendliche verschiedener Nationen in Kontakt zu bringen, mögliche Vorurteile abzubauen, so dass die gegenseitige Erkenntnis wächst, der andere ist ja genauso wie ich selbst. "Fußball ist immer das erste Gesprächsthema. Später wird über alles Erdenkliche, was Jugendliche eben so interessiert, gesprochen", so Crewer. Das merkt er bei gemeinsamen Aktivitäten. Zunächst stehen seine Boys und die TuSA-Spieler getrennt, am Ende ist es ein wildes Durcheinander. Dann kann man die Jungs nur noch anhand ihrer Vereinskleidung unterscheiden.

Quelle: RP
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