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Flingern
Arzt soll Patientin sexuell missbraucht haben

Flingern. Wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin (41) muss sich ein Mediziner (67) seit gestern vor dem Amtsgericht verantworten. Der Arzt, der in seiner Praxis nach eigener Darstellung einen Mix aus Neuraltherapie, klassischer Medizin, Homöopathie und Naturheilkunde anbietet, soll die Frau bei zwei Narbenbehandlungen am Steißbein Ende 2011 unsittlich berührt haben. Das bestritt er nun aber heftig. Er habe nach Absprache mit der schmerzgeplagten Patientin lediglich so genannte Chakra-Punkte an ihrem Körper berührt, habe der Patientin durch das Anfassen jener "energetischen Punkte, die physikalisch festgestellt" seien, Linderung verschaffen wollen. Zu sexuellen Übergriffen sei es nicht gekommen.

Während der Aussage der 41-Jährigen wurde die Öffentlichkeit mit Rücksicht auf deren Privatsphäre vom Prozess ausgeschlossen. Doch nach Informationen unserer Redaktion hat die Frau im Zeugenstand ihre Vorwürfe gegen den Mediziner wiederholt. Demnach sei sie nach vier vorherigen Behandlungsterminen arglos in die Praxis des Angeklagten gegangen, habe sich beim ersten Übergriff des jetzt 67-Jährigen aber "völlig hilflos ausgeliefert" gefühlt. Als eine Woche später die nächste Behandlung anstand, habe sie sich während der erneuten Übergriffe des Mediziners "nicht getraut, sich zu bewegen". Sie sei regelrecht "wie gelähmt gewesen". Der Verteidiger des Angeklagten wies jedoch darauf hin, dass die 41-Jährige auch nach diesem angeblich zweiten Übergriff des 67-Jährigen noch Wochen später drei weitere Behandlungstermine bei ihm in seiner Praxis wahrgenommen habe. Nächste Woche wird der Prozess fortgesetzt.

(wuk)
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