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Flingern
Bauprojekt "Flincarré" entsteht ohne Sozialwohnungen

Flingern. Kann es sein, dass unter dem Namen Flincarrée an der Erkrather / Ecke Werdener Straße ab dem Frühjahr ein Neubau mit 184 Eigentums-, aber ohne Sozialwohnungen entstehen soll? Die CDU-Fraktion, die von dem Projekt wohl erst aus der Presse erfahren hat, fragte am Donnerstag in der Sitzung der Bezirksvertretung 2 nach: Wieso soll bei diesem Projekt das vor mehr als zwei Jahren vom Rat beschlossene Handlungskonzept Wohnen nicht greifen? Danach müssen bei Bauprojekten mit mehr als 100 Wohnungen je 20 Prozent Sozial- und preisgedämpfte Wohnungen, also solche mit maximal 8,50 Euro Kaltmiete/pro Quadratmeter, entstehen. In Flingern werden die geplanten Wohnungen, die 40 bis 160 Quadratmeter groß sein sollen, inzwischen als "exklusives Neubauprojekt" und "lohnende Immobilieninvestition" vermarktet, sowie als "maßgeschneidert für Singles, Studenten und junge Paare oder perfekt nutzbar für Messebesucher". Von Beate Werthschulte

Die Bezirksverwaltung erklärte, dass der Bauantrag dem Bauaufsichtsamt erst seit 12. November vorliege. Entscheidend für eine Genehmigung sei, dass das Vorhaben dem Bebauungsplan und den entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen entspreche. Ist dies der Fall, müsse das Handlungskonzept Wohnen nicht berücksichtigt werden. Selbst wenn sich bei der Prüfung des Bauantrags herausstellte, dass über das Baugesetzbuch geregelte Ausnahmen in Frage kämen, bliebe die Umsetzung des Konzepts immer noch eine Ermessenssache.

Um also das Handlungskonzept Wohnen durchzusetzen, müsste ein neuer Bebauungsplan beschlossen werden - oder der Bauherr, das Meppener Unternehmen Pro-Urban, die Vorgaben freiwillig anwenden. Ein solches Entgegenkommen sei aber von dort bislang nicht signalisiert worden, erklärte Bezirksverwaltungsleiter Gerhard Aschendorf auf Nachfrage der CDU.

Quelle: RP
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