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Flingern
Ein Theaterstück über Ehrenmorde

Flingern. Zwölf Hauptschülerinnen haben das Thema auf die Bühne gebracht.

Zwölf Schülerinnen der Montessori-Hauptschule haben sich mit dem Thema Ehrenmord beschäftigt und daraus ein Theaterstück mit dem Titel "Mein Leben gehört mir" inszeniert. Unterstützt wurden sie dabei von Birgit Polz und Hacer Eksi vom Verein ProMädchen sowie dem Zakk.

Während einer freiwilligen Projektwoche haben sich die Mädchen intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Polz freut sich, "dass dieses Thema für die Schule so wichtig war, dass dafür sogar eine Woche lang der Unterricht ausfallen durfte". Zwei der Teilnehmerinnen erzählen, dass sie eigentlich nur mitgemacht hätten, weil es ein Tanzprojekt sei. "Aber wir haben dann auch in der Tat viel gelernt, da wir uns mit dem Thema zuvor noch nicht so befasst haben. Es ist echt heftig, was da so alles passiert."

Zum Schutz der Schülerinnen war es verboten, während der Aufführung Fotos oder Videos zu machen. Zuschauer des Tanztheaters waren hauptsächlich Mitschüler. Auf Wunsch der Mädchen durften in den ersten Reihen nur weibliche Zuschauer sitzen. Die Darstellerinnen befürchteten, durch die Jungen sonst abgelenkt zu werden. "Wenn die Faxen oder dumme Bemerkungen machen, können wir uns nicht konzentrieren", sagte eine Schülerin - eine nicht ganz unbegründete Sorge, wie sich herausstellen sollte: Schon während der Einführung von Heide-Marie Eich, Mitarbeiterin von ProMädchen, gab es unangemessene Bemerkungen. Ein deutliches Zeichen, dass ein solches Stück zur Sensibilisierung junger Menschen wichtig ist. Eich erhoffte sich noch ein anderes Resultat, denn sie appellierte an den Mut der Jungen, ihre Schwestern in deren Leben zu unterstützen und sie im Notfall auch zu beschützen.

Im Mittelpunkt des Stückes stand der autobiografische Text "Bei Lebendigem Leib" von Souad - einem Mädchen, das einen Brandanschlag überlebt hat. Die Darstellerinnen präsentierten zusätzlich die Wünsche und Träume junger Mädchen, aber auch die Reaktionen ihrer Umwelt darauf. "Das Stück soll unter die Haut und ins Herz gehen", beschrieb Eich. Beendet wurde die Performance mit einer Schweigeminute für alle Ehrenmordopfer - die dann in einen lauten Applaus für die Darsteller überging.

(nes)
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