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Flingern
ESV Blau-Weiß und Helfer trotzen Vandalen

Flingern: ESV Blau-Weiß und Helfer trotzen Vandalen
Nägel und Glasscherben auf dem Platz des ESV Blau-Weiß: Im Hintergrund die Helfer des Vereins. FOTO: Christoph Reichwein
Flingern. Über Facebook bat der Verein darum, den Sportplatz von Scherben und Nägeln zu befreien. Das fand bei vielen Gehör. Von Tino Hermanns

Das "Putzkommando" des ESV Blau-Weiß", muss sich vorgekommen sein, wie die Besatzung des Raumschiffs Enterprise. Vor ihnen breiteten sich scheinbar "unendliche Weiten" aus. Die Blau-Weißen mussten ihren kompletten Aschen-Fußballplatz abtragen. Okay, selbst für einige Nationalspieler sind die 7.140 Quadratmeter manchmal zu klein, aber wenn man an einer Eckfahne steht und die 105 mal 68 Meter große Fläche sieht und weiß, dass mehrere Tonnen Steinchen weggeräumt werden müssen, denkt man nur: Damit werden wir nie fertig. Doch die "Reinigungsarbeiten" mussten in Angriff genommen werden, denn Unbekannte hatten auf dem Aschenplatz kiloweise und flächendeckend Nägel, kaputt geschlagenes Glas und zerbrochene Neonröhren verteilt. "Nur gut, dass unsere Fußballmannschaft zum Auftakt des Spielbetriebs 2016 ein Auswärtsspiel hatte. Bei uns auf der Anlage war kein Spiel möglich", erklärt ESV-Vorsitzende Sabine Willems.

Vergangenen Mittwoch ging es damit los, die Asche Steinchen für Steinchen, Nagel für Nagel und Splitter für Splitter abzutragen. Zuerst war man zu zweit, donnerstags zu dritt, am Freitag standen 22 Helfer zur Verfügung und am Samstag schufteten insgesamt 26 Frauen, Männer und Kinder auf der ESV-Anlage. "Es waren auch nicht nur Fußballer dabei. Aus allen Abteilungen sind Helfer gekommen, Nachbarn, die eigentlich nichts mit dem Verein zu tun haben, haben mit angepackt, und auch Leute, die ich gar nicht gekannt habe", erläutert Willems.

So wie Alex Klinge. Der Mann aus Leverkusen war mit der Erste, der am Samstag den Besen auf dem ESV-Fußballplatz schwang. "Ich war um neun Uhr da. Weil ich früher weg muss, bin ich eben früher gekommen", sagt Klinge. Er ist weder Vereinsmitglied, noch Nachbar, sondern er war auf persönliche Einladung von ESV-Geschäftsführer Fred Kurasch dabei. Lars Webel geht mit eigenem Besen und einem Lächeln auf den Lippen der eigentlich überflüssigen Arbeit nach. "Die meisten Leute hier kennen sich und nehmen es mit einer Portion Galgenhumor. Es ist ja auch schon Routine", meint Webel. Denn solche Aufräumaktionen musste der ESV bereits mehrmals organisieren. Einmal war der Platz mit Zeitungen bedeckt, ein anderes mal mit Hundekot, eine weiteres Mal waren die Flutlichtmasten aufgesägt und die Stromkabel durchtrennt. "Ich habe nicht gezählt, wie oft der Platz schon beschädigt oder verwüstet wurde, aber mindestens zehnmal. Das sind keine dumme Jungen-Streiche", sagt Kurasch. "Sich einschüchtern zu lassen oder aufgeben, ist aber keine Option. Wer immer dafür verantwortlich ist, kann das noch tausend Mal machen, und ich werde immer einen Aufruf starten und Mitglieder und Freunde werden alles in Ordnung bringen."

Quelle: RP
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