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Flingern
Kinder gestalten "Hermanns Hütte" neu

Flingern. Für die Umgestaltung des Spielplatzhauses auf dem Hermannplatz wurden die wichtigsten Akteure nach ihren Vorstellungen befragt: die Kinder des Stadtteils. Ihre Ideen verwirklichten Jugendliche dann an der Hausfassade. Von Julia Chladek

Roboter wandern über lilafarbene Planeten, Papierflieger kreisen um achtarmige Monster und landen auf einem überlebensgroßen grünen Eis, das an Szenen aus "Der kleine Prinz" erinnert. Die neue "Hermanns Hütte" ist vor allem eines: bunt.

"Das Schöne an der kreativen Arbeit mit Kindern ist, dass sie nicht vorbelastet sind und ihrer Fantasie freien Lauf lassen", erklärt Marc Hennig vom Jugendkunstverein Verbunt, der für die Realisierung des Projekts verantwortlich war. Eine Neugestaltung des Spielplatzhauses am Hermannplatz, das in Kooperation mit dem Kinderspielhaus auf der Dorotheenstraße in den Sommermonaten Spielplatzbetreuung und Spieleausleihe anbietet, war schon lange geplant. Vor allem immer wiederkehrende Schmierereien bereiteten Probleme, schildert Luise Hoffmann von der Bürgerinitiative Flingern, die das Spielplatzhaus finanziell fördert. Anfang des Jahres gab die Bezirksvertretung 2 dann grünes Licht für die Finanzierung.

Die kreative Gestaltung sollte vor allem die Vielfalt der Menschen am Hermannplatz darstellen und deutlich machen, dass hier jeder willkommen sei, berichtet Jessica Mörtl vom Kinderspielhaus. Um das zu erreichen, wählten die Verantwortlichen eine genauso kreative wie ungewöhnliche Herangehensweise: Sowohl im Kinderspielhaus als auch direkt auf dem Spielplatz wurden Zeichnungen und Entwürfe von Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren gesammelt. Sie sollten darstellen, was sie mit dem Hermannplatz verbinden und wie sie sich die neue Gestaltung von "Hermanns Hütte" vorstellen.

Umgesetzt und an die Hauswände gesprüht wurden die Entwürfe dann von den Jugendlichen des Vereins Verbunt, unterstützt durch die Künstler Jo und Marc Hennig. Das Zeichnen und Sprühen selbst sei nicht so schwer gewesen - eine größere Herasuforderung dafür, die Entwürfe der Kinder alle unter einen Hut zu bringen und ein Gesamtkonzept zu entwerfen, sagt Jan Herrmann (17), der bei dem Projekt dabei war. Doch das ist mehr als gut gelungen - denkt auch Anne Karategin vom Verein Verbunt. Besonders spannend sei es gewesen, zu beobachten, wie die Jugendlichen die Skizzen der Kinder in ihre eigene Bildsprache übersetzen.

Und die Kinder? Die sind durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Bei der Eröffnung am Mittwoch suchen sie aufgeregt nach ihren Motiven und sind begeistert, wenn sie ihr persönliches Stück vom Kunstwerk entdecken. So wie Jennate Muftahkarin, Danielle Zuccarelli und Lea Bode: Die drei Freundinnen kommen oft zum Spielen in das Kinderspielhaus auf der Doroheenstraße oder auf den Hermannplatz und haben sich mit ihren Bildern an der Aktion beteiligt. Die neunjährige Jenatte hat ihr Lieblings-Klettergerüst gezeichnet, auf dem sie mit Freunden gerne Wett-Klettern veranstaltet und das es im Großformat auf die Seitenwand der "Hütte" geschafft hat. Bei der zehnjährigen Danielle hat sich ein großes, grünes Alien auf die Schaukel des Spielplatzes verirrt. Wie sie darauf kam? "Das fiel mir spontan so ein", sagt sie.

Die Reaktionen der Anwohner seien durchweg positiv, so Luise Hoffmann von der Bürgerinitiative Flingern. Alle seien froh, dass die lästigen Schmierereien nun endlich verschwunden seien und stattdessen jetzt ein von den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils gestaltetes farbenfrohes Kunstwerk zu bewundern ist.

Quelle: RP
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