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Flingern
Kräuter und Familienbeete im Hinterhof

Flingern. Der Verein "Gute Nachbarschaft" zeigt bei der "Offenen Gartenpforte" an diesem Sonntag und noch einmal am 18. September seinen ungewöhnlichen Gemeinschaftsgarten in Flingern. Von Sven-André Dreyer

Rosen, Silberwurz und Lavendel blühen an allen Ecken und konkurrieren mit ihrem Duft mit den ausladenden Kräuterbeeten, in denen Majoran genauso wie Dill, Thymian und Labkraut wächst. Kleine, verschlungene, mit ebenfalls duftendem Rindenmulch gestaltete Wege laden zum Schlendern und Entdecken ein. Und immer wieder sollte man stehenbleiben und mit Muße innehalten, um hunderte Farben und Gerüche ausgiebig genießen zu können.

Zur "offenen Gartenpforte 2016", einer derzeit stattfindenden Veranstaltung im nördlichen Rheinland, hat auch der Verein "Gute Nachbarschaft" eingeladen und zeigt mit Öffnung des Gartens an der Krahestraße 20 im Stadtteil Flingern ein außergewöhnliches Kleinod mitten in der Großstadt. Denn das, was normalerweise nur Anwohnern, Freunden oder der Familie vorbehalten ist, wird noch am kommenden Sonntag sowie an einem Sonntag im September für alle reiselustigen Gartenfreunde geöffnet. Die Aktion will zeigen, wie vielfältig und ideenreich die private Gartenkultur sein kann.

"Der Garten ist ein Gemeinschaftsprojekt von Vereinsmitgliedern und Anwohnern", sagt Birgit Stenger. Und, wie es scheint, auch das erweiterte Wohnzimmer des "Café du Kraeh", das im Vorderhaus liegt und aus seinen großen Fenstern ebenfalls einen herrlichen Blick auf das Grün im Hinterhof bietet. Hier finden Tanz- und Töpferkurse statt, Teezeremonien und Abende, an denen gemeinsam Gesellschaftsspiele gespielt werden. Und ein regelmäßiges gemeinsames Kochen oder Meditieren führt die Vereinsmitglieder ebenfalls zusammen.

Vor rund drei Jahren wurde der bis dahin existierende triste Garagenhof auf Betreiben des Hausbesitzers Hans-Rainer Jonas hinter den ebenfalls jüngst unter energetischen Gesichtspunkten sanierten Wohnhäusern kurzerhand abgerissen und unter Beteiligung vieler Helfer Schritt für Schritt in ein blühendes Hinterhofparadies verwandelt. Neben dem ökologischen Ansatz, die Wohnhäuser, die mit einer Photovoltaik-Anlage sowie einer Holzpellet-Heizung ausgestattet sind, zu einem umweltbewussten Wohnraum umzugestalten, rundet der begrünte Innenhof in Flingern die Idee eines nachhaltigen Wohnens und Lebens in der Stadt gelungen ab.

Besonders Familien aus der Nachbarschaft engagieren sich bei der Gestaltung dieses Gartens. Und so gibt es außer Kinder- und Familienbeeten, in denen Möhren und Erdbeeren gedeihen, eben auch einen kleinen Spielplatz mit Sandkasten und Rutsche. In einer der übriggebliebenen alten und nun zweckentfremdeten Garagen parken Laufräder und Tretautos für die Kleinen, die Gartengeräte sind in der daneben liegenden früheren Garage untergebracht. An jedem Montag planen die Anwohner und Vereinsmitglieder in einem offenen Treff weitere Aktionen rund um ihren Hinterhofgarten, besprechen, welche Aktionen in Zukunft anstehen sollen.

Ein Engagement, das sich lohnt, denn in dem Jahr 2015 wurde der Garten mit dem städtischen Umweltschutzpreis, der unter dem Motto "Nachhaltig Gärtnern und Gestalten" stand, ausgezeichnet. "Und so sehr die Anwohner den Garten und die darin anfallende Arbeit genießen, so sehr kann er auch Ansporn für weitere Hausbesitzer sein", sagt Stenger. Und er ergänzt: "Denn wer hat in einer Großstadt schon ein blühendes Paradies im Hinterhof?"

Quelle: RP
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