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Flingern
Mehr Farbe für Flingern

Flingern: Mehr Farbe für Flingern
Michael Braun aus dem Matthias-Claudius-Haus (l.) und Sprayer Alexander Weuffen alias Miroh haben den Platz verschönert. FOTO: andreas endermann
Flingern. Viele Jahre war die Ecke Mettmanner/Erkrather/Albertstraße ein Schandfleck im Stadtteil. Gemeinsam mit Künstler Klaus Klinger wurden die Wände gestaltet, gestern ist der Platz offiziell an die Anwohner übergeben worden. Von Nicole Kampe

Michael Braun beobachtet ganz genau, was mit seinem Mosaik passiert. Rot hatte er es damals bemalt, Anfang Mai, als der Startschuss zur Platzgestaltung an der Ecke Mettmanner/Erkrather/Albertstraße gefallen war. Einen ordentlichen Klecks Montagekleber schmiert der Düsseldorfer Künstler Klaus Klinger auf die Rückseite und positioniert das Holzstück auf der Mauer. Langsam erkennt Braun, was sein Mosaik ergeben soll: ein Hund nämlich, der bald neben bunt zusammengesetzten Holzkindern hängen wird. Weil das Wetter nicht so recht mitspielen wollte gestern Nachmittag, werden die anderen Figuren erst in den nächsten Tagen aufgeklebt, "die Wand dafür sollte trocken sein", sagt Klinger.

Dafür staunten die Flingeraner nicht schlecht über das neue Wandbild, das ebenfalls im Zuge der Verschönerung in Auftrag gegeben wurde. Wo früher eine triste Betonmauer stand, die mit unschönen Graffiti und Schriftzügen verschmiert wurde, tanzen heute Kinder, ein verliebtes Paar geht im Park spazieren. Zwischen ihnen schnappt sich ein Huhn einen Regenwurm und ein Froschkönig hat sich offenbar die Füße verletzt, weil er in einem Rollstuhl sitzt. Die Wand an der Kreuzung steht zwar immer noch, ist aber kaum wiederzuerkennen.

Das Motiv hat Alexander Weuffen alias Miroh aufgesprüht, der schon einige Male mit Klaus Klinger und dem Verein Farbfieber zusammengearbeitet hat. Einen Entwurf hatte er vorgelegt, dann etwa 25 Stunden Arbeitszeit in das Wandbild investiert. Der Park ist ihm wichtig gewesen, damit ein bisschen Grün, ein bisschen Farbe an die Kreuzung kommt. Um das Wandbild herum sind Bänke aufgestellt worden und Blumenkübel, dazu gibt es neue Fahrradständer. "Die dürfen auch benutzt werden", sagt Harald Schwenk (Grüne), Mitglied der Bezirksvertretung 2. Bisher stehen die Fahrräder nämlich immer noch angekettet an den Pöllern ein paar Meter weiter. "Aber toll ist er geworden, der Platz", findet Schwenk, so wie Ratsherr Martin Volkenrath (SPD), der zur Übergabe des Platzes an die Flingeraner eingeladen hatte. Über Jahre war er ein Schandfleck im Stadtteil mit den beschmierten Mauern, dem tristen Stromkasten, der Betonwand, die den Eingang zum früheren Büdchen verschließt. Bei einem Stadtteilrundgang mit Volkenrath ist der Plan entstanden, Farbe in die graue Ecke zu bringen, ein paar Bänke und Blumenkübel aufzustellen.

Gabriele Nischann von KoKoBe (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung) hat gemeinsam mit Klaus Klinger die Ausarbeitung übernommen. Die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWD), in deren Eigentum die Wand ist, hat eine unbürokratische Zusammenarbeit ermöglicht. Im Mai lud Nischann Nachbarn und Freunde ein, sich bei der Umgestaltung zu beteiligen. Die Bewohner des Matthias-Claudius-Hauses haben ebenso geholfen wie Kita-Kinder aus dem Stadtteil. Einen Nachmittag lang bemalten sie Mosaikstücke aus Holz, die Klinger zu einem großen Wandbild zusammenfügen wird - wenn es denn mal trocken ist.

"Der Platz muss jetzt gepflegt werden", sagt Volkenrath, der hofft, dass viele Menschen die Ecke nutzen, um etwa ein Eis zu essen. Gerne würde er die Stromkästen noch verschönern lassen, vielleicht in einem künftigen Projekt. Und inoffizielle Treffen will der Ratsherr organisieren auf dem Platz. Gefördert wurde die Gestaltung von Aktion Mensch, mit der Gabriele Nischann in Kontakt getreten war. Sie übernimmt inzwischen die Blumenpflege und gießt die Kübel fleißig.

Quelle: RP
 
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