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Düsseldorf
Theater Flin sucht dringend neue Räume

Düsseldorf: Theater Flin sucht dringend neue Räume
Philipp (rechts) und Oliver Kohlen-Priebe führen das Theater Flin. Zum Ende des Jahres müssen sie an der Ackerstraße 144 ausziehen – und hoffen auf neue Räume in Foto: Theater Flin FOTO: Flingern.
Düsseldorf. Nur noch bis Ende des Jahres darf das kleine Theater an der Ackerstraße bleiben – es fürchtet um seine Zukunft. Von Arne Lieb

Philipp Kohlen-Priebe will nicht klagen, sondern sich zunächst einmal über den anhaltenden Erfolg seines kleinen Theaters freuen: Für die 19 Veranstaltungen in diesem Monat gibt es noch 15 unverkaufte Karten – insgesamt. Fast für jeden Abend sind die 80 Plätze im Theater Flin(gern) schon vergeben. So soll es nach dem Wunsch von Kohlen-Priebe bis zum Ende des Jahres weitergehen, und da das Theater schon seit Jahren so gut wie ständig ausverkauft ist, stehen die Chancen gut, dass sein Wunsch in Erfüllung geht.

Wie es mit dem Theater im nächsten Jahr weitergehen soll, weiß der Leiter allerdings nicht. Das Theater Flin muss Ende Dezember nach 15 Jahren seine Räume im Hinterhof an der Ackerstraße 144 räumen. Ein Investor übernimmt das Areal, in dem auch die Frauenberatungsstelle und die Club-Bar "Trinkhalle" ansässig sind. Er will Wohnraum errichten – dafür müssen die Gewerbemieter raus. Allerdings stand es ohnehin schlecht um den Hinterhof, der zu den bekanntesten Anlaufstellen im Szene-Viertel gehört: Mieter klagten über Nässeschäden und Schimmel, im Theater Flin platzte kürzlich ein Rohr und richtete großen Schaden an.

Kohlen-Priebe hofft, dass er schnell einen neuen Standort für das Theater findet. Die Zeit drängt: Bis Ende Mai muss eine Lösung gefunden werden. Spätestens dann muss das Theater die Zusagen für das nächste Jahr machen können, an die Ensemble-Mitglieder, aber auch an Kabarettisten und Kleinkünstler, die dort ein Gastspiel bestreiten sollen. "Es geht um das Überleben des Theaters", sagt Kohlen-Priebe.

Seit 15 Jahren ist das Theater an der Ackerstraße 144 ansässig, seit zehn Jahren führen es Philipp Kohlen-Priebe und sein Mann Oliver. Mit leichten Komödien wie "Fast Faust – oder des Pudels Kern" und einer persönlichen Atmosphäre haben sie sich ein Stammpublikum erspielt. Getragen wird die Bühne von einem Verein, öffentliche Zuschüsse erhält sie nur wenig. Das Theater versteht sich ausdrücklich als Stadtteilbühne – und will das auch bleiben. "Unser vorrangigstes Ziel ist es, in Flingern zu bleiben."

Dass es in diesem Stadtteil nicht viele leerstehende Theater gibt, weiß auch Kohlen-Priebe. Er ist deshalb offen für "kreative Lösungen". Rund 400 Quadratmeter bräuchte das Theater. Wichtig sind auch vier Meter hohe Decken in der Hälfte der Fläche, um Scheinwerfer anbringen zu können – deshalb kamen die Ladenlokale nicht infrage, die man sich bislang angeschaut hat. "Wir müssen uns ein bisschen sputen", sagt Kohlen-Priebe.

Der Kaufvertrag für den Innenhof ist unterdessen unterschrieben worden. Käufer ist die Ackerstraße 144 GmbH, zu den Gesellschaftern gehört die Firma Fitis aus Weimar. Mit zwei Mietern habe man schon Auflösungsverträge vereinbart, berichtet Sprecher Jens Bode. Mit den anderen laufen Gespräche. Es soll kein Gewerbe mehr auf dem Innenhof geben.

Ebenfalls auf der Suche nach neuen Räumen ist die seit vielen Jahren an der Ackerstraße ansässige Frauenberatungsstelle. Auch sie wünscht sich, in Flingern bleiben zu können. Leiterin Luzia Kleene hofft auch auf Unterstützung der Politik – sie hat bereits in der Bezirksvertretung 2 und im Gleichstellungsausschuss vorgesprochen.

Quelle: RP
 
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