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Sabotage-Verdacht in Düsseldorf
Unbekannter kippt Scherben auf Sportplatz am Flinger Broich

Sabotage-Verdacht in Düsseldorf: Unbekannter kippt Scherben auf Sportplatz am Flinger Broich
Fred Kurasch am zerschnittenen Tornetz, Sabine Willems mit Glasscherben, die überall auf dem Platz liegen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Flingern. Der ESV Blau-Weiß beklagt erneut hohen Schaden an seinem Platz am Flinger Broich. Die Verantwortlichen glauben an Sabotage. Von Marc Ingel

Es ist die berühmte Sisyphus-Arbeit: Immer, wenn die Verantwortlichen des ESV Blau-Weiß ihren Fußballplatz in mühevoller Eigenleistung wieder auf Vordermann gebracht haben, verübt über Nacht ein Unbekannter einen offenbar gezielten, bestimmt aber perfiden Sabotageakt auf den Ascheplatz, einen der letzten seiner Art in Düsseldorf.

Zuletzt an Karneval. Als Geschäftsführer Fred Kurasch, der in dem kleinen Verein auch die Funktion des Platzwarts übernimmt, am Rosenmontag nach dem Rechten sah, bot sich ihm ein leider altbekanntes Bild: Der versteckt liegende Platz am Ende des Flinger Broichs war übersät mit Nägeln, Schrauben und Scherben von Flaschen, Gläsern oder Leuchtstoffröhren, die Tornetze waren zerschnitten - wieder einmal.

"Genau nachgehalten haben wir das nicht, zehnmal ist hier in den vergangenen zweieinhalb Jahren aber schon mindestens etwas passiert", sagt die Vorsitzende Sabine Willems. Schubkarrenweise sei in der Vergangenheit Hundekot und sogar Teer ausgeschüttet worden. Mehrfach habe man die Elektrik der Flutlichtmasten mutwillig zerstört. Es sei versucht worden, Feuer zu legen, und auch die Schlösser der Kabinen seien verklebt worden.

Die Polizei sei bisher keine große Hilfe gewesen, erklärt Fußball-Obmann Günter Koslowski: "Die machen einen Aktenvermerk, sagen, sie behalten das Gelände im Auge, aber ohne jeden Beweis könnten sie nichts machen." Ein Polizeisprecher bestätigt den Eingang einer Anzeige wegen Sachbeschädigung am Dienstag, "die ist aber natürlich noch sehr frisch. Mal sehen, was die Ermittlungen ergeben".

Die Vorstandsmitglieder des Eisenbahner-Sportvereins in Flingern haben zwar einen konkreten Verdacht, hüten sich aber davor, Namen zu nennen. "Der würde uns sofort verklagen, und beweisen können wir ja tatsächlich nichts. Es gibt keine Zeugen, das Gelände hier ist nicht nur sehr weitläufig, sondern auch von allen Seiten begehbar. Das muss es sogar sein, denn die Anwohner haben ein Wegerecht", sagt Willems. Der Verein will sich auch gar nicht abschotten, im Gegenteil: Die Kinder der Nachbarn würden gerne vorbeikommen, um zu kicken, und das soll auch so bleiben.

Natürlich habe man sich schon Gedanken darüber gemacht, Videokameras zu installieren, bestätigt Kurasch. "Das ist für uns aber nicht zu finanzieren, vor allem nicht mit einer Nachtsichtfunktion. Da ist man schnell bei mehreren tausend Euro." Willems ist jedenfalls überzeugt, dass hier keiner wahllosen Vandalismus betreibt, "das ist gezielt gegen die Fußballabteilung des Vereins gerichtet".

Am Wochenende beginnt wieder der Spielbetrieb in den unteren Amateurklassen, der ESV startet zum Glück mit einem Auswärtsspiel. Es wird einmal mehr viele Tage dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Kurasch, auch Veranstalter des Musikfestivals Flingern Open Air, hat über Facebook einen Aufruf gestartet, am Samstag ab 10 Uhr mitzuhelfen, auch Nachbarn hätten ihre Unterstützung zugesagt.

Trotz der Anteilnahme überwiegt bei Sabine Willems inzwischen der Frust: "Wir haben uns viel Mühe gegeben, den Verein in den vergangenen Jahren neu auszurichten, was bei unserer alten Anlage nicht so einfach ist." Am 20. August soll das 90-jährige Bestehen des Vereins groß gefeiert werden. "Mal schauen, was uns dann wieder erwartet", schaudert es die Vorsitzende schon heute.

Quelle: RP
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