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Flingern
Unruhe in Grafental

Flingern: Unruhe in Grafental
Das Neubauprojekt Grafental gehört zu den größten seiner Art in Düsseldorf. Hier entsteht auf 14 Hektar ein neuer Stadtteil. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Flingern. Während Stadt und Investor über neue Pläne für die weitere Bebauung des Areals in Flingern verhandeln und auch über die Erstellung eines Parks, klagen Bewohner des ersten Bauabschnitts über Probleme. Es geht um Wasserschäden. Von Torsten Thissen

Das Neubaugebiet Grafental wächst weiter. Investor und Stadt verhandeln gerade über eine Veränderung der Bebauungspläne für die kommenden Bauabschnitte Einigkeit besteht darin, dass mehr Wohnungen als ursprünglich geplant entstehen sollen, die Büroflächen hingegen sollen zurückgefahren werden. Die Rede ist von insgesamt 1600 Wohnungen.

"Wir rechnen damit, dass wir noch in diesem Frühjahr einen neuen, veränderten Bauantrag einreichen werden", sagt Ulrich Tappe, Geschäftsführer des Projekts. Auch die Verhandlungen um die Erstellung des geplanten Stadt-Natur-Parks stehen kurz vor dem Abschluss. Tatsächlich sind die Planungen bereits fertig, allerdings gibt es laut Tappe noch ein Finanzierungsproblem, es gebe - anders als oft kolportiert - keine Verpflichtung des Investors einen Park zu erstellen, sondern Grafental müsse sich lediglich finanziell an dem Projekt beteiligen. Dass der Park noch nicht gebaut worden sei, habe bisher nicht an ihnen, sondern an der Stadt gelegen, so Tappe. "Die offenen Fragen zum Park werden gerade geklärt, und wir sind sicher, dass wir auch bald zu einer Einigung kommen."

So könnte denn alles gut sein, auch die Vermarktung des zweiten und dritten Bauabschnittes ist beinahe abgeschlossen, wenn da nicht die Klagen der Bewohner im ersten Bauabschnitt des Projekts wären. So beschweren sich einige Mieter und Eigentümer vor allem über Wasserschäden durch fehlerhafte Installationen.

Einer von ihnen ist Michael Klimm, in dessen Haus es erst am Sonntag zu einem Rohrbruch gekommen war. Zum zweiten, seit er mit seiner Lebensgefährtin die Wohnung im Erdgeschoss bezogen hat. Klimm lebt seit eineinhalb Jahren als Mieter in Grafental. Beim ersten Rohrbruch musste er wegen der anschließend fälligen Renovierung vier Monate in einem möblierten Appartement verbringen, weil er keine Hausratsversicherung hatte, blieb er zudem auf dem Schaden an seiner Einrichtung sitzen. Klimm mutmaßt, dass die Wasserrohre im ersten Bauabschnitt nicht fachgerecht verlegt worden seien. Nur so ließen sich die vielen Schäden in seiner Nachbarschaft erklären.

Tappe sind das Problem und auch die Vorwürfe bekannt. Allerdings sei das Ausmaß der Schäden nicht größer als bei vergleichbaren Projekten. Hautsächlich geht es um die Verbindungen der Rohre. Die wurden früher gelötet und heute mit einem Ring verpresst. "Hier haben insgesamt 14 Ringe dem Wasserdruck nicht Stand gehalten. Insgesamt werden in einem Haus etwa 30.000 Ringe verarbeitet", sagt Tappe. "Wir sprechen von 40 Wohnungen, in denen es zu Wasserschäden in unterschiedlichen Größenordnungen gekommen ist", fügt er hinzu. Grafental sei auch selbst sehr daran interessiert, die Probleme zu lösen. Eine Ansicht, die Heiko Thielen nur bedingt teilen kann. Er will sich nur noch über Anwälte mit der Gesellschaft auseinandersetzen. Neun Monate hat es gedauert den Wasserschaden in seiner Wohnung zu beseitigen - eine Komplettrenovierung. Grafental habe zwar alle Schäden bezahlt, auch die Miete für eine Ersatzwohnung in der Nähe, aber seine Frau sei über den Ärger krank geworden. Außerdem habe man die Renovierung der Wohnung vonseiten Grafentals verschleppt.

Außerdem will er den "merkantilen Minderwert" seiner Wohnung geltend machen. Thielen argumentiert, dass er bei einem eventuellen Verkauf der Wohnung angeben müsse, dass es einmal einen Wasserschaden mit Schimmelbildung gegeben habe, deshalb sinke ein eventueller Erlös und den will er erstattet haben. Außergerichtlich habe man sich bisher nicht einigen können.

Quelle: RP
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