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Friedrichstadt
Düsseldorfer Grundschule ist seit Jahren baufällig

Friedrichstadt: Düsseldorfer Grundschule ist seit Jahren baufällig
Joachim Meller und Barbara Kück-Drexler von der Elternpflegschaft der St. Peter-Grundschule (Hintergrund) kämpfen seit Jahren für eine Sanierung des Gebäudes. Ein Bauzaun soll Kinder vor herabfallenden Steinen schützen. FOTO: Bauer
Friedrichstadt. An der St. Peter-Schule und der Regenbogenschule an der Jahnstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt bröckelt die Klinkerfassade, Fensterrahmen und Teile der Mauer müssen abgestützt werden. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Von Christine Zacharias

Wären nicht die spielenden und tobenden Kinder, könnte man die Kulisse fast für eine Geisterstadt halten: Zahlreiche der Fensterrahmen der Schulgebäude werden von Holzbalken gestützt, in einigen fehlen die Glasscheiben. In den Klinkerfassaden klaffen Löcher, offenbar sind dort Steine herausgefallen.

Mehrere Teile der Front werden deswegen mit Holzlatten gesichert und durch Gitter geschützt. Das Hofgebäude riegeln an der Rückfront Bauzäune ab, aus denen meterhoch Unkraut sprießt. Keine Frage: Der Gebäudekomplex an der Jahnstraße, in dem die katholische St. Peter-Grundschule und die Städtische Regenbogenschule gemeinsam untergebracht sind, macht einen stark baufälligen Eindruck.

Und das nicht erst seit gestern: "Der erste Bauzaun steht hier bereits seit 2007", berichtet Joachim Meller. Er bemüht sich gemeinsam mit Barbara Kück-Drexler von der Elternpflegschaft der St. Peter-Schule schon lange darum, dass die Schule endlich renoviert wird. Rund 220 Unterschriften haben die beiden vergangenes Jahr zusammengetragen und an die Stadt geschickt, aber keine Antwort darauf erhalten.

"Ich mag mir gar nicht ausdenken, was passiert, wenn eine weitere Fensterscheibe aus dem Rahmen fällt", sagt Meller mit Blick auf die maroden Fenster des Klassengebäudes im Hof. Nach seinen Angaben fragen immer wieder auch andere Eltern besorgt nach, ob ihre Kinder denn in den beiden Schulen überhaupt noch sicher seien.

Dennoch legen Kück-Drexler und Meller Wert auf die Feststellung, dass sie trotz des schlechten baulichen Zustandes nach wie vor hinter ihrer Einrichtung, der St. Peter-Schule, stehen. "Das Konzept ist gut, die Lehrer sind sehr engagiert", sagen beide übereinstimmend. Andernfalls hätten sie ihre Kinder wohl auch nicht an der damals schon baufälligen Schule angemeldet.

Der erste Sohn von Kück-Drexler besucht bereits eine weiterführende Schule. Der älteste Sohn von Meller geht inzwischen in die dritte Klasse. Doch in Sachen Sanierung hat sich über die Jahre hinweg nichts getan – obgleich beiden Familien bei der Einschulung eine baldige Renovierung von der Schulleitung zugesagt worden war. "Die Rektoren waren ja selbst davon überzeugt, dass es bald losgeht", sagt Meller.

Mit einer kompletten Sanierung wird es aber vorerst wohl nichts: Im Masterplan der städtischen Schulsanierungen stehen die St. Peter- und die Regenbogenschule an Position 30 von insgesamt rund 80 Projekten. Auf eine Anfrage der Bezirksvertretung 3 teilte das Amt für Gebäudemanagement Mitte 2013 mit, dass nun in einem ersten Schritt zumindest mit der Fenster- und Fassadensanierung an der Turnhalle zur Straße hin begonnen werden solle. Die Front der Halle ist ebenfalls seit Jahren auf ganzer Breite abgestützt. Die Sanierung soll laut Bezirksvorsteher Walter Schmidt in den Osterferien passieren.

Eigentlich war aber laut Elternpflegschaft geplant, die Turnhalle aufzustocken, um dort fehlende Räume für den Ganztagsbetrieb der St. Peter-Schule einzurichten. Aus Platzmangel sind bisher zwei Gruppen in der Nachbarschaft untergebracht. Doch dort läuft der Mietvertrag aus. Dass nun nur noch von einer Fassadensanierung der Turnhalle, nicht aber von einer Lösung in Sachen Räume für die Nachmittagsbetreuung die Rede ist, macht Barbara Kück-Drexler stutzig. "Das Schulverwaltungsamt hat sich offenbar nicht um das Thema gekümmert."

Die Turnhallensanierung halten die Elternvertreter für "Makulatur", wie Meller sagt. "Da geht es nur um Äußerlichkeiten. Die Fassade sieht nach außen dann wieder gut aus, und es fällt keinem Passanten ein Stein auf den Kopf. Aber für die Schule und die Kinder ist kein Geld da." Meller fragt sich, "ob man die Schule vielleicht bewusst verfallen lässt, um dann das Grundstück zu verkaufen?"

Quelle: RP
 
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