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Friedrichstadt
Friedrichstraße: Umbau erst 2018

Friedrichstadt. Die Pläne der Stadt zur Umgestaltung werden von Einzelhändlern kritisiert. Sie befürchten durch die Verbreiterung der Gehwege einen Wegfall von Parkplätzen und damit weniger Kunden. Nun soll aber das Kurzzeitparken ermöglicht werden. Von Semiha Ünlü

Unter den Händlern an der und rund um die Friedrichstraße ist die Stimmung sehr gedrückt, wenn nicht sogar aufgeheizt. Grund: Die Pläne der Stadt zur Umgestaltung ihres Straßenzugs decken sich nicht mit ihren wirtschaftlichen Interessen. So befürchten viele Einzelhändler, dass, wenn die Gehwege an der Friedrichstraße nach der Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie verbreitert werden, viele Kundenparkplätze wegfallen und sie damit einen wirtschaftlichen Nachteil erleiden werden.

Diese Bedenken konnte Lutz Schwarz vom Amt für Verkehrsmanagement - zumindest zum Teil - bei der Vorstellung der Pläne in der Bezirksvertretung 3 nun ausräumen. Es sei zwar richtig, dass man sich an der Einkaufsstraße von Abstellplätzen trennen wolle, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und eine Aufwertung des Ortes zu erreichen. "Das heißt aber nicht, dass wir an Friedrich- und auch Elisabethstraße keine Parkmöglichkeiten einrichten wollen", sagte Schwarz in der Sitzung der politischen Vertreter des Stadtbezirks. Geplant sei das Einrichten von Kurzzeitparkplätzen. Damit könne man die zur Verfügung stehenden Stellmöglichkeiten sogar besser nutzen als bislang. Ein anderer Vorteil: Mit dem Kurzzeitparken könne man vor Ort den Umschlag tagsüber erhöhen. Zudem sollen Liefer- und Ladeflächen eingerichtet werden. Im Zuge der weiteren Planungen sollen dafür auch mit den Betroffenen - den Einzelhändlern - Gespräche geführt und geklärt werden, um sich Informationen einzuholen und den Bedarf der Geschäftsleute zu klären.

Mehrheitlich - bei Enthaltung der Linken - haben die Stadtteil-Politiker für die Pläne der Stadt gestimmt und damit den Weg frei gemacht für ein rund 33,6 Millionen teures Projekt, das allerdings erst 2018 realisiert werden soll. Im Vorfeld hatten die Politiker aber noch viele Fragen und Wünsche an die Stadt. So setzte sich Vera Esders von den Grünen dafür ein, auf der Friedrichstraße einen sogenannten Zweirichtungsradweg einzurichten. Ihr Änderungsantrag fand aber keine Mehrheit. Warum nur zwischen Graf-Adolf-Platz und Herzogstraße eine Tempo-30-Zone bestehen solle, nicht aber auch zwischen Herzogstraße und Fürstenwall, erschloss sich der Grünen-Politiker nicht. Über diesen Punkt wolle man - wie auch über Signalschaltungen - im Zuge der Detailplanungen noch diskutieren, sagte Schwarz.

Kritik gab es von den Linken zu den Kosten des Projekts, zur Verzögerung (eigentlich war es schon für 2016 anvisiert) und zu den geplanten Baumfällungen an der Elisabethstraße. Diese seien jedoch notwendig und auch vom Gartenamt befürwortet worden, sagte Schwarz. Die Kosten seien für ein Projekt dieser Größenordnung nicht unüblich, so wie auch der Zeitplan. Die SPD kritisierte die vielen Fragen und zusätzlichen Wünsche, schließlich habe man über die Pläne lange und breit diskutiert, viele Anregungen seien auch berücksichtigt worden, sagte SPD-Ratsfrau Sabine Steinbrink-Neubacher. "Wir wollen nicht ewig in einer Baustelle leben, die Arbeiten sollen endlich in Angriff genommen werden", sagte sie.

Die Pläne der Stadt sehen eine Umgestaltung der Straßenzüge Friedrichstraße, Breite Straße und Kasernenstraße sowie der Elisabethstraße vom Bilker Bahnhof bis zur Elberfelder Straße nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie vor, um unter anderem die Aufenthaltsqualität zu hören. So sollen zum Beispiel rund 200 Bäume gepflanzt werden (33 sollen gefällt werden). Zudem sollen die Gehwege verbreitert werden, um Außengastronomie zu ermöglichen.

Quelle: RP
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