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Friedrichstadt
Musical nimmt Casting-Shows aufs Korn

Friedrichstadt. Sechs Monate lang proben Kinder und Jugendliche das Musical "Im Riff geht's rund". Von Sven Andre Dreyer

Nate ist unentschlossen. Der Zehnjährige würde gerne die Rolle des tollpatschigen Clownfisches Elsi übernehmen, da dies aber eine Mädchenrolle ist und er sich mindestens genau so gut in die eines grimmigen Hammerhais einfühlen könnte, will er noch die Besetzung der übrigen Rollen abwarten.

"Gerade Kinder verinnerlichen ihre Rollen sehr intensiv", sagt Daniela Meller-Gerstner (42). Und im Gegensatz zu erwachsenen Schauspielern, die sich oft in abstrakte Protagonisten eindenken müssten, kämen die Charaktere der von den Kindern selbst gewählten Rollen den realen Charakterzügen der kleinen Schauspieler mitunter recht nah. Die Schauspielerin, die auch als Musik- und Bewegungspädagogin arbeitet, hat einen neuen, gut sechs Monate dauernden Musicalkurs für Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren in ihrem Bühnenatelier an der Luisenstraße gestartet.

Nach einer ersten Produktion im Jahr 2015 beginnen derzeit unter ihrer Leitung und gemeinsam mit Choreografin Natalie Holtom (45) sowie Ulrike Eitel (58), die mit den Kindern die Gesangsparts einstudiert, die Proben für die Revue "Im Riff geht's rund". Die Show persifliert die Nutzung neuer Medien und die Welt der Casting-Shows. Nicht nur die Freude an Tanz, Gesang und Schauspiel während der Proben wird im Bühnenatelier gefördert. "Wir wollen den Teilnehmern des Musicalkurses auch das Sammeln echter Bühnenerfahrung ermöglichen", erklärt Holtom. Und so ist das Ziel eines Musicalworkshops immer auch eine Aufführung, die mit dem aktuellen Stück für Pfingsten 2017 im Verein Akki, Aktion & Kultur mit Kindern an der Siegburger Straße, geplant ist. Neben der regelmäßigen Teilnahme an den gemeinsamen Proben gehört der verantwortliche Umgang mit den selbst gestalteten Kostümen, Requisiten und dem von einer Bühnenbildnerin aufwendig erstellten Bühnenbild zum Kindermusical.

Zudem erfordere der Schritt auf die Bühne stets auch eine große Portion Mut, erklärt Meller-Gerstner die Aufregung der Kursteilnehmer. "Für uns ist es jedes mal wieder eine große Freude zu sehen, wie selbstsicher die Kinder später auf der Bühne stehen", sagt Holtom. Noch etwas ist den Anbietern des Workshops wichtig: "Die gesamte Produktion ist als eine Teamarbeit zu begreifen", erklärt Meller-Gerstner. Und so lernen die jüngeren Kursteilnehmer mitunter von den älteren, ohne dass den Kindern weitere Hilfestellung gegeben werden muss. "Schließlich arbeiten wir in der Gemeinschaft alle auf Augenhöhe."

Quelle: RP
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