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Garath
1000 Unterschriften gegen Bau am Buchholzer Busch

Garath. Anwohner wehren sich gegen Pläne. Von Birgit Wanninger

Rund 1000 Unterschriften hat Jessica Brill gestern Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt übergeben. Die Unterzeichner wehren sich gegen P läne, dass ein Teil des Buchholzer Buschs abgeholzt werden soll, um dort Wohnungen und Häuser zu bauen.

Die 24-Jährige wohnt an der Stettiner Straße und schaut direkt auf das in Frage kommende Grundstück. Im November 2013 hatte die Bauverwaltung in der zuständigen Bezirksvertretung (BV) 10 Pläne für den Bau vorgelegt, die auf harsche Kritik stießen. Es gab zu viele Geschosse, zu wenig Parkplätze. Die Verwaltung zog ihren Vorschlag zurück und präsentierte vier Monate später, in der März-Sitzung 2014, einen neuen Plan. Diesmal mit größerer Fläche, von der ein Teil im Landschaftsschutzgebiet liegt. Die BV hätte den Bebauungsplan ändern müssen - und lehnte auch dies ab.

Dann wurde es zunächst still. Doch kochte die Gerüchteküche immer wieder auf, dass im Buchholzer Busch gebaut werden soll. "Es war ein Hin und Her", sagt Jessica Brill, keiner hätte so genau gewusst, was passiere. Die Stadtplaner prüften weiter, und wieder gab es ein klares Nein in der BV. Das war vor einem Jahr. Dann herrschte Ruhe - bis zur Vorstellung des Zukunftsprojekts "Garath 2.0" Mitte Februar:

Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa erklärte an diesem Abend, sie wisse, dass sie jetzt provozieren werde, aber sie wolle Pläne für dringend benötigten Wohnraum vorstellen: am Buchholzer Busch. Obwohl es ein Gedankenspiel war, echauffierten sich zahlreiche Anwesende, vorwiegend betroffene Anwohner. Darunter war auch Jessica Brill. Sie traue der Verwaltung nicht, sagt sie. Immer wieder koche das Thema hoch, dort zu bauen.

Und so hat sich die 24-Jährige schlau gemacht, wie sie erklärt, und dann mit Nachbarn die Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. "Wir kämpfen seit Jahren gegen die Bebauung, doch leider ist das bisher ein Kampf gegen Windmühlen", sagt sie. "Deswegen starten wir aktuell einen Bürgerantrag gegen die Bebauung und sammeln in diesem Zuge Unterschriften der betroffenen Anwohner und Spaziergänger", heißt es in dem Schreiben, das 1000 Bürger unterschrieben haben. Und weiter: "Sollte die Stadt damit durchkommen, macht sie bald vor dem restlichen Wald auch keinen Halt mehr." Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt hat die Liste entgegengenommen: "Die Verwaltung überlegt nun, wie sie damit umgeht", sagt er. Denn ein Einwohnerantrag müsse geprüft werden, das sei sehr aufwendig und dauere.

Jessica Brill und ihre Mitstreiter wollen abwarten. "Bis zur nächsten Sitzung der BV", sagt sie. Die findet am 26. April statt, und dort, so habe sie gehört, soll es einen Antrag zum Buchholzer Busch in ihrem Sinne von BV-Mitglied Angelika Kraft-Dlangamandla (Linke) geben. Uwe Sandt bestätigte, dass dieser Antrag auf der Tagesordnung stünde.

Quelle: RP
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