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Garath/Hellerhof
25 Jahre auf Tour für den Glauben

Garath/Hellerhof. Martin Ruster feiert morgen sein Priesterjubiläum. Von Hellerhof bis Garath ist er häufig mit dem Rad unterwegs zu seinen Schäfchen. Von Birgit Wanninger

Am Nachmittag Kinderfest in der Kita, am nächsten Morgen Vorgespräch für eine Trauung, um 15 Uhr dann Gottesdienst mit fünf Täuflingen - und dazwischen noch ein Pressetermin mit unserer Redaktion. Am Abend muss er sich noch um neue Informationen für den Bau des Gemeindezentrums kümmern. Keine Frage: Pfarrer Martin Ruster ist ein vielbeschäftigter Mann. Er hat einen abwechslungsreichen Job. Den er, wie er sagt, liebt.

In Garath und Hellerhof ist er bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund. Wenn er unterwegs ist, dann meist mit dem Fahrrad. "Weil ich dann schneller bin", sagt er. Denn seine Gemeinde ist groß, erstreckt sich vom südlichsten Zipfel in Hellerhof bis nach Garath. Seit 16 Jahren ist der 57-jährige Geistliche dort als Pfarrer tätig. Zunächst in St. Norbert, nach der Fusion ist er der Leiter der heutigen Pfarre St. Matthäus. Und dort feiert er morgen sein silbernes Priester-Jubiläum. Die eigentliche Weihe sei einen Tag später gewesen, am 26. Juni 1992, sagt er. Und wenn man den gebürtigen Kölner reden hört, dann ist es für diesen Rheinländer üblich, wenn er sagt, das sei eine ganz normale Messe, "wie immer, nur ein bisschen feierlicher ."

Ein typischer Ruster, der sich nicht gerne in den Mittelpunkt stellt. Und erst auf Nachfrage erzählt er, dass ein paar geladene Gäste von auswärts kämen. Beispielsweise aus den vorherigen Pfarrstellen, mit denen er anschließend noch im Johanneshaus in Hellerhof ein wenig feiern will.

Schon früh war für den jungen Ruster klar, dass er Theologie studieren will. Als jüngstes von vier Kindern wuchs er, wie er selbst sagt, in einem konservativen katholischen Elternhaus auf. Positiv geprägt wurde der junge Martin Ruster in den 70er Jahren allerdings vom weltoffenen kirchlichen Umfeld. Schon als Kind fühlte er sich dieser Art von Kirche verbunden. "Dort war es schön, und in der Kirche waren viele jungen Menschen", erinnert er sich und ergänzt: "Mehr als heute."

Nach dem Abitur ging es dann zum Theologie-Studium nach Bonn, nach dem Vordiplom weiter nach Würzburg. Dabei hatte er einen heute berühmten Kommilitonen: Rainer Maria Woelki, heute Erzbischof von Köln.

Doch nach dem Studienabschluss fühlte sich Ruster noch nicht soweit, zum Priester geweiht zu werden "Ich war noch jung, 23", sagt er, vielleicht zu jung fürs Priesteramt, so dass, wie er es selbst nennt, erstmal seine Lehr- und Wanderjahre begannen. Er absolvierte zunächst einmal ein soziales Jahr im Krankenhaus für psychisch Kranke. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Uni Würzburg. Dort, wo auch sein älterer Bruder lehrte, der heute Theologie-Professor in Dortmund ist. Sieben Jahre hat Ruster wissenschaftlich gearbeitet, bis der junge Diakon zum Priester geweiht wurden.

Während Kardinal Josef Höffner dem jungen Mann zusprach, sich ruhig Zeit zu lassen, sei Joachim Kardinal Meisner von den Lehr- und Wanderjahren ein wenig irritiert gewesen, meint Ruster. Nachdem Meisner ihn vor 25 Jahren zum Priester weihte, ging Ruster als Kaplan zunächst nach Köln-Chorweiler. "Das war eine offene Gemeinde, die tut gut für die Seele", sagt er.

Und von Köln ging es dann nach Düsseldorf, zunächst nach Flingern und vor 16 Jahren nach Garath. Das lag irgendwie nahe, denn Chorweiler und Garath ähneln sich, dachte das Bistum. Als Pfarrer übernahm er zunächst St. Nobert, bis vor zehn Jahren die Fusion zu St. Matthäus. Es war eine große Gemeinde, doch auch die ist, wie alle Gemeinden, immer kleiner geworden. Aber Ruster lobt seine Schäfchen. "Die Gemeinde ist sehr lebendig, und man kann viel erleben, wenn man sich auf sie einlässt." Allerdings werde es immer schwerer, Jugendliche für den Glauben zu begeistern. Deswegen ist er froh, dass ihm Gemeindereferentin Joana Drießen und Vikar Rainer Brouwers bei der Gemeindearbeit zur Seite stehen. "Joanna kann es gut mit den Jungen, Vikar Brouwers mit den Senioren. Das passt."So kann ein rundum zufriedener Martin Ruster morgen sein Priesterjubiläum feiern. Bescheiden, wie es seine Art ist.

Quelle: RP
 
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