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Garath
30 Kilo Paella für die im Hotel lebenden Flüchtlinge

Garath. Die Garnelen färben sich rosa, der Reihe nach brutzeln Hähnchenkeulen, Tintenfisch, Zwiebeln, Tomaten und Reis und Knoblauch in der großen Pfanne - Alfredo Carmona, der Chef von "Moni's Altstadt" in der Einkaufsmeile von Garath - versteht sein Handwerk. Von Beate Gostincar-Walther

Am Donnerstagnachmittag kreierte er im Freien vor seinem Restaurant eine Paella a la Valenciana. "Fisch und Fleisch muss rein", erklärt der routinierte Paella-Koch. Der Duft lockt auch Einkaufsbummelnde an, doch "das ist für die Flüchtlinge von gegenüber, 30 Kilo Paella, für jeden zwei Portionen", erklärt Carmona. "Gegenüber" ist das Hotel Achteck, hier beherbergt Inhaber Dujo Bobic seit Juli 37 Flüchtlinge. Sie alle kommen aus der provisorischen Unterkunft Borbecker Straße aus Unterrath: "Es sind Familien und Paare, drei Babys und schulpflichtige Kinder und Jugendliche", zählt der Hotelchef auf. 90 Prozent seiner Hotelzimmer sind so belegt.

"Ich wollte etwas Gutes tun", erklärt Carmona. Der Kontakt zum Nachbarn war schnell geknüpft und nun wartet er auf seine Gäste, die Babic informiert hat. Einige seien wohl noch im Deutschunterricht, meint der Gastgeber. Serhat Salim beäugt die Kochaktion mit kritischem Blick auf die exotischen Krustentiere. Seit vier Monaten ist der Jeside (16) in Deutschland. Seine Heimat ist das umkämpfte Kurdistan im Irak. Per Foto und Handy lässt er seine Verwandtschaft teilhaben an dem für ihn abenteuerlichen Mahl. Alfredo Carmona steckt als Krönung eine Reihe Miesmuscheln rund um den Rand der Pfanne. Für Serhat gib es eine Extra-Garnele mit Anleitung zum Pulen. Ein Probehappen und der vorsichtige Kommentar "das ist gut", bringen den Koch zum Strahlen. Einige Gäste warten im Gastraum von Moni's Altstadt auf ihr Festessen.

Das Garather haben Komplimente parat, "guter Junge" sagt einer von ihnen zum Koch. Feindlichkeit gegenüber den Flüchtlingen gebe es in Garath nicht, betonen sowohl Babic als auch Carmona. Die wenigen rechten Töne hätten gegen die überwältigende Hilfsbereitschaft keine Chance.

Quelle: RP
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