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Garath
Das neue Hildegardisheim

Garath. Auf dem Gelände der ehemaligen Hoffnungskirche soll ein viergeschossiges Gebäude mit Atrium entstehen. Das künftige Altenheim der Caritas bietet 80 Pflegeplätze.. Von Birgit Wanninger

Die nahezu endlose Geschichte um den Abriss der Hoffnungskirche und den Bau eines neuen Alten- und Pflegeheims als Ersatz für das Hildegardisheim der Caritas in Garath Süd-West geht offenbar in die letzte Runde.

In der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 10, zuständig für Garath und Hellerhof sollten die Bezirksvertreter eine Befreiung erteilen, da die Grenzen für den geplanten Neubau ein wenig anders liegen als auf dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1964.

Doch was die Bezirksvertreter viel mehr interessierte, war, wie das künftige Hildegardisheim aussehen wird. Dabei handelt es sich um einen viergeschossigen Bau mit Atrium, der 80 Pflegebedürftigen Platz bietet. Außerdem soll es in dem Gebäudekomplex zwölf Tagespflegeplätze geben. Gemeinschaftsräume sind geplant und auch weitere Räume für die Tagespflege.

Das Gebäude selbst ist hell, mit rotem Mauerwerk rund um die Fenster verblendet und einem roten Sockel verkleidet. Alle Zimmer haben Blick in die Gartenanlage. Die Grenzen zwischen Wohnen und Pflegeunterbringung sind fließend. Jeder Bewohner wird sein eigenes Zimmer haben, so wie es das Pflegegesetz ab Mitte nächsten Jahres vorsieht. Allerdings verfügen die Heimbewohnern nicht über Kochgelegenheiten auf den Zimmern.

Mit dem Bau soll möglichst schnell begonnen werden, erklärte Thomas Salmen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Caritas. In vier Wochen soll der Bauantrag gestellt werden. Bereits ein halbes Jahr später könnte mit dem Bau begonnen werden.

Kritik seitens Bezirksvertreter Peter Ries (Freie Wähler), warum das Ganze jetzt so lange gedauert hätte, ließ Salmen nicht gelten. Er verwies darauf, dass auf dem Grundstück das Mehrgenerationenhaus Hell-Ga noch einen bestehenden Mietvertrag bis 2020 habe. Für Hell-Ga musste erst eine Ersatzunterkunft gefunden werden. Es habe zahlreiche konstruktive Gespräche gegeben, um nach einer Lösung zu suchen. Jetzt aber könne das Projekt zeitnah umgesetzt werden, während Hell-Ga provisorisch bei SOS an der Matthias-Erzberger-Straße untergebracht wird.

Denn die Zeit drängt. Im Juli 2018 entspricht das jetzige Hildegardisheim nicht mehr den gesetzlichen Auflagen. Salmen betonte: "Unser Ansinnen ist es, dass die Bewohner des Hildegardisheims übergangslos in das neue Haus ziehen."

Für den Neubau müssen allerdings 16 Kopfplatanen, die im Innenhof des Gemeindezentrums stehen, gefällt werden. Insgesamt sind es sogar 19 Bäume, für die jedoch nur acht als Ersatz gepflanzt werden sollen. Doch Architekt Markus Schmale versprach weiteres Ausgleichgrün zu schaffen, beispielsweise mit einer Dachbegrünung.

Das neue Alten- und Pflegeheim soll zusätzlich eine Gartenanlage bekommen. Die pflegebedürftigen, vor allem dementkranken Menschen sollen sich dort wohlfühlen und die Möglichkeit haben, dort spazieren zu gehen. "Es geht nicht darum, dass die Menschen verwaltet werden, sondern dass sie dort wohnen", erklärte Schmale. Was die künftige Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Altenheims betrifft, da sieht sich die Caritas in der Verantwortung. Es gebe auch schon Interessenten und Ideen, sagte Salmen.

Bereits 2011 hatte die evangelische Kirchengemeinde Garath die Hoffnungskirche entwidmet, und das komplette Gelände inklusive Gemeindezentrum stand zum Verkauf. SOS-Kinderdorf war in konkreten Verhandlungen, um gemeinsam mit Hell-Ga ein Zentrum zu errichten. Doch auch die Caritas war an dem Grundstück interessiert und bekam den Zuschlag. Ein Vorvertrag wurde geschlossen. Doch noch immer gehört das Grundstück der Kirchengemeinde. Der Vertrag sei aber nur noch eine reine Formsache, weil die Zukunft von Hell-Ga geklärt sei, sagt Salmen.

Quelle: RP
 
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