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Garath
Der Metzger kommt doch nicht nach Garath

Garath. Der Fleischer, der mit seinem Wagen in den Garather Nebenzentren stehen wollte, hat abgesagt. Die Enttäuschung ist groß. Von Birgit Wanninger

Die Nachricht kam per SMS gegen 19.30 Uhr am Dienstagabend Der Metzger aus Wipperfürth, der Ende Februar jeden Freitag mit einem Wagen nach Garath Süd-West kommen wollte, um dort Fleisch und Wurst zu verkaufen, kommt jetzt doch nicht. Als Grund gab er private Gründe an.

"Das müssen wir akzeptieren, aber das ist sehr bedauerlich", sagt Uwe Sandt, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, der die SMS erhielt. Gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Uwe Sievers (SPD), BIG-Vorsitzenden Fred Puck und SPD-Ratsmitglied Jürgen Bohrmann hatte er sich dafür stark gemacht, die Nahversorgung in Süd-West zu verbessern, nachdem der Edeka-Laden geschlossen hatte.

Noch am Sonntag verkündete Puck beim Neujahrsempfang der BIG stolz, dass der Metzger ab Februar käme. "Wir hatten uns zunächst auf ein halbes Jahr geeinigt" erklärte er den Zuhörern. Auch zwei weitere Garather Nebenzentren (mit Ausnahme von Süd-Ost) wollte der Metzger künftig bedienen.

Um so größer ist jetzt die Enttäuschung, da gerade die Nahversorgung in den Nebenzentren immer mehr ein Problem darstellt. "Wir müssen jetzt wieder bei Null anfangen", sagt Bezirksbürgermeister Uwe Sievers.

BIG-Vorsitzender Fred Puck kann es nicht fassen. "Ich bin zutiefst enttäuscht", sagt er, schließlich habe es auch groß in der Rheinischen Post gestanden. Die Resonanz sei daraufhin nur positiv gewesen. "Die Leute haben sich gefreut. Und jetzt das." Auch in seinem ehemaligen Tabak- und Zeitschriftenladen, den seit Anfang des Jahres Monika Bouwman übernommen hat, habe er fleißig die Werbetrommel für den Metzger gerührt, der den ganzen Tag an der Ecke stehen wollte.

Seine Nachfolgerin Bouwman betrachtet die Absage als "Tiefschlag". Die Geschäftsfrau war froh, als sie hörte, dass der Metzger käme. "Dann schauen auch mehr Kunden bei mir vorbei", sagt sie. In dem Viertel, in dem die Laufkundschaft inzwischen nur noch selten vorbeizieht, bietet sie inzwischen frische Brötchen vom Bäcker Paas an. "Und wer Brot benötigt, muss nur am Abend vorher Bescheid sagen", erklärt sie. Sicherlich, donnerstags stünde der Fischmann im Nebenzentrum Süd-West. Aber das sei ihres Erachtens zu wenig, um die Einkaufszentren wieder zu beleben.

"Ich werde den Stadtteilpolitikern weiter auf die Nerven gehen. Ich habe seit meiner Pensionierungen ja ein wenig mehr Zeit, auch wenn ich noch öfters mit im Laden stehe", fügt Puck hinzu. Uwe Sievers will sich intensiv um Ersatz für den abgesprungenen Metzger kümmern. Der Bezirksbürgermeister will erneut das Marktamt in die Pflicht nehmen - "auch wenn die Mitarbeiter sich, wie sie gesagt haben, nicht zuständig fühlen", sagt er. Er habe schon mal mit dem städtischen Amt Kontakt aufgenommen, aber kein Feedback erhalten. Dann hätte sich das Ganze erübrigt, weil sie den Metzger gefunden hätten. Sievers schwebt vor, dass das Marktamt ihm Ansprechpartner und Markthändler nennt, die in Frage kommen. "Wir sind jetzt auf die Hilfe des Marktamtes angewiesen, und die werde ich einfordern", erklärt er.

Quelle: RP
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