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Garath
Die Traglufthalle wird abgebaut

Garath. Die Flüchtlinge, die an der Koblenzer Straße lebten, sind inzwischen in anderen Unterkünften untergebracht. Das brachliegende Areal könnte bis zum Bau einer Mehrfachhalle wieder als Hundewiese genutzt werden. Von Birgit Wanninger

Ein Jahr sollte die Traglufthalle in Betrieb sein, jetzt sind die letzten Bewohner schon einen Monat früher ausgezogen und die provisorische Flüchtlingsunterkunft steht leer. Die letzten Bewohner sind diese Woche gegangen und in andere Unterkünfte gebracht worden. "In wesentlich bessere Unterkünfte", betont Maxi Schuchardt von den Maltesern, die fast ein Jahr die Halle geleitet hat. Die meisten Flüchtlinge seien jetzt in in Räumen mit Privatsphäre untergebracht, hätten ihr eigenes Zimmer und könnten auch selber kochen, führt sie weiter aus.

Nach dem Abbau ist das Gelände, das immer noch als Hundewiese ausgewiesen ist, wieder frei. Zwar soll dort auf dem brachliegende Areal Ecke Koblenzer/ Theodor-Litt-Straße eine Dreifachturnhalle für das Gymnasium Koblenzer Straße entstehen. Doch bis mit den Arbeiten begonnen wird, das kann noch einige Zeit dauern. Zwar gibt es Pläne, aber ein Baustart steht noch nicht fest.

Deshalb ist Ratsfrau und Hundebesitzerin Angelika Kraft-Dlangamandla (Die Linke) auf die Idee gekommen, bis zum Bau der Mehrfachhalle das ungenutzte Terrain wieder für die Vierbeiner und deren Halter freizugeben. Denn immer mehr Garather besitzen Hunde, haben aber keine geeignete Auslauffläche. Die zuständige Bezirksvertretung 10 hat sich schon mehrfach mit dem Thema Hundewiese und geeigneten Grundstücken beschäftigt. Zur Diskussion stand beispielsweise die Wiese vor Schloss Garath, die die Verwaltung jedoch ablehnt. Jetzt will Kraft-Dlangamandla einen neuen Vorstoß in puncto Hundewiese wagen und in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung den Antrag stellen, das Terrain wieder als Hundeauslaufplatz zu nutzen.

Ab Dezember ist das Gelände wieder frei. Denn die Traglufthalle war, so hatte es die Stadt entschieden, nur ein Provisorium und soll nach Angaben von Maxi Schuchardt Ende November abgebaut werden, so wie es vertraglich vereinbart war. Für die letzten vier Wochen soll das Zelt als Notunterkunft dienen, falls unerwartet neue Flüchtlinge kommen oder eine Unterkunft nicht mehr bewohnbar ist, wie es im Frühjahr nach dem Brand an der Lankerstraße in Oberkassel der Fall war.

Bis zu 270 Menschen lebten teilweise in der Halle, die für maximal 300 Personen gebaut wurde. Es gab einen großen Aufenthaltsraum, in dem auch gegessen wurde. Es sei nicht immer alles reibungslos abgelaufen, blickt Schuchard auf elf Monate Arbeit im Zelt an der Koblenzer Straße zurück. Doch wenn man so eng aufeinander lebe, gebe es schon mal Querelen, meint sie.

Zwar war die Halle winterfest, doch machte den Bewohner die erste Hitzewelle zu schaffen, weil die Lüftung nicht funktionierte. Die Bewohner traten für einige Tage in den Streik. Nachdem eine Klimaanlage zusätzlich eingebaut worden war, waren die Temperaturen selbst im Hochsommer erträglich.

Für Maxi Schuchardt war besonders die intensive Betreuung wichtig: "Die hat vielen Flüchtlingen den Start vereinfacht", sagt sie. Denn mit fünf hauptamtlichen Mitarbeitern für rund 250 Personen sei der Betreuungsschlüssel extrem hoch gewesen, normalerweise liege er bei ein bis zwei Angestellten. So konnten die Mitarbeiter bei der Suche nach Kita- und Praktika-Plätzen ebenso helfen wie sie bei geeigneten Schulen für die Kinder. Allerdings sei die Registrierung der Flüchtlinge sehr schleppend gelaufen und das gelte auch für die Abwicklung der Asylanträge. Einzelne Bewohner aus dem Zelt an der Koblenzer Straßen seien inzwischen als Flüchtlinge anerkannt, "aber die waren vorher schon in sechs, sieben verschiedenen Einrichtungen", sagt Maxi Schuchardt.

Quelle: RP
 
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