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Garath
Diskussion um gewünschte Hundewiese

Garath. Die Stadtverwaltung lehnt die Einrichtung einer Hundewiese vor dem Garather Schloss kategorisch ab und verstrickt sich dabei in Widersprüche. Heue Nachmittag ist das ein Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung. Von Birgit Wanninger

Auf der ehemaligen Pferdekoppel vor dem Garather Schloss laufen die Hunde auch schon mal frei rum - auch wenn das offiziell nicht gestattet ist. Zahlreiche Hundebesitzer gehen im Schlosspark mit ihren Vierbeinern spazieren - dann aber angeleint. Die Wiese wäre ein idealer Platz, fand auch der Großteil der Stadtteilpolitiker und stellte den Antrag, dort eine Hundewiese zu errichten. Nicht zuletzt deshalb, weil auf der offiziell ausgewiesenen Hundewiese an der Koblenzer Straße momentan das Tragluftzelt für die Flüchtlinge steht.

Doch die Verwaltung lehnt es ab, vor dem Schloss eine Hundewiese zu errichten. Als Grund gibt sie sowohl denkmalschutzpflegerische als auch ökologische (weil es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt) Gründe an. Die Argumentation stößt bei zahlreichen Garathern auf Unverständnis.

Die Verwaltung erklärt unter anderem, dass das Gelände neu eingezäunt werden müsse. Der jetzige Zaun passe nicht ins Landschaftsbild, auch wegen des Denkmalschutzes des Schlosses. Hundebesitzer sind der Meinung, dass der Zaun bleiben könne, den hat die Stadt - Eigentümerin des Grundstücks - vor zehn Jahren selbst errichtet. Anderseits erklärt die Verwaltung in ihrer Vorlage: "Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet. Das Errichten baulicher Anlagen und auch von Zäunen ist hier verboten."

Angelika Kraft-Dlangamandla kann das nicht nachvollziehen. Die Ratsfrau der Linken hat sich in der Bezirksvertretung, wie alle Fraktionen mit Ausnahme der CDU, für diese Hundewiese stark gemacht. Als Hundebesitzerin erklärt sie: "Das ist doch die einzige Möglichkeit, die Hunde mal frei laufen zu lassen". Die Erklärung der Verwaltung kann sie nicht nachvollziehen. Wo denn die Logik sei, fragt sie. "Wo Kühe frei rumlaufen können, ist das auch für Hunde möglich", meint sie. Außerdem sei der Platz ideal und störe nicht das Bild des Schlosses (wie es in der Verwaltungsvorlage heißt) - im Gegenteil.

Das Grundstück will die Stadtverwaltung verpachten. Es ist vorgesehen ... "die Wiese in Kürze an einen Landwirt zu verpachten, der diese wegen der im Umfeld seines Hofes nur sehr begrenzt vorhandenen Weidefläche benötigt", heißt es.

Der nächste Nachbar ist Gutsverwalter Dankwart von Dörnberg, ansonsten gibt es im Umfeld keine Landwirte. Dörnberg ist bisher allerdings gar nicht gefragt worden. Und im RP-Gespräch wiegelt er sofort ab: "Ich will die Weide auch gar nicht haben."

Dafür hat er gute Gründe. Denn er hat vor einem Jahr den Pachtvertrag für genau diese Wiese mit der Stadt gekündigt. Ein Grund war, dass die Wiese voller Unkraut war und der Eigentümer, also die Stadt, nichts dagegen unternommen hat. Gutsverwalter von Dörnberg hat immer wieder auf die Problematik aufmerksam gemacht, denn Herkulesstauden wucherten und das für Pferde hochgiftige Kreuzband vermehrte sich rasant. "Ich habe viel Geld und Zeit in die Wiese investiert", sagt er. Die großen Herkulesstauden hat er immer wieder ausgegraben. Mit Chemie durfte er sie nicht behandeln, weil in der Nähe der Mühlenbach fließt. Das gilt auch für das Kreuzkraut, das für Hunde ungefährlich ist.

Seit von Dörnberg den Pachtvertrag gekündigt hat, stehen keine Pferde mehr auf der Wiese. Und seit dieser Zeit verwildert die Wiese immer mehr, sind noch mehr Herkulessstauden gewachsen. Augenscheinlich ist seit einem Jahr an diesem Grundstück gar nichts mehr gemacht worden. Dabei müsste die Wiese dringend von den Pflanzen-Samen entfernt und neu eingesät werden. Experten gehen davon aus, dass die Fläche dann erst in zwei, drei Jahren für Pferde wieder nutzbar ist.

Heute werden die Stadtteilpolitiker informiert, dass die Verwaltung die Hundewiese ablehnt. Klaus Mauersberger (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister und Hundebesitzer meint, wenn mit Weidezaun eine Hundewiese möglich sei, sollte man sie errichten. SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Sieghart-Edel ist der Ausfassung, die Verwaltung möge nach einem alternativen Standort suchen.

Quelle: RP
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