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Garath
Edeka in Garath Süd-West schließt

Garath. Inhaber Dirk Hasler zieht die Notbremse, "weil es sich nicht mehr lohnt". Wenn der Supermarkt spätestens zum Jahresende zu macht, werden andere Geschäfte folgen, davon ist die Garather Interessensgemeinschaft BIG überzeugt. Von Birgit Wanninger

Der Schritt ist ihm nicht leicht gefallen. Aber jetzt ist es amtlich. "Ich höre auf", sagt Dirk Hasler, Inhaber des Edeka-Ladens in Garath Süd-West. Noch in diesem Jahr will er den Supermarkt schließen, vor Ende des Jahres, "weil es sich nicht lohnt." Das Geschäft sei rückläufig. Hier passiere nichts. Die Brandruine des Goldenen Rings liege seit fünf Jahren brach und bei der Hoffnungskirche herrsche ebenfalls Stagnation.

In dritter Generation führt Hasler den Lebensmittelladen. Schon sein Großvater Josef und sein Vater Walter haben das 600 Quadratmeter große Geschäft geleitet - insgesamt fast 52 Jahre. Dirk Hasler, der das Geschäft seit 2001 führt, hat 13 Angestellte, denen er zum Teil schon neue Jobs besorgt hat. Und auch er hat eine Alternative. Einen Nachfolger für das Geschäft gibt es nicht.

"Ich habe es versucht, aber der Laden ist zu klein. Unter 1000 Quadratmeter läuft gar nichts mehr", sagt Hasler, der sogar einen Makler eingeschaltet hat.

Wenn der Edeka-Laden schließt, will auch Fred Puck vom Lotto-Tabakladen gegenüber in den Ruhestand gehen. Der Vorsitzende der Bürger- und Interessengemeinschaft Garath (BIG) ist 63 Jahre alt und hat drei Angestellte. "Wir wissen nicht, wie es hier weitergehen soll", sagt Puck, die Situation sei schließlich schon lange bekannt. "Aber weder Ursula Holtmann-Schnieder noch Klaus Mauersberger als zuständige Ratsmitglieder haben sich hier mal sehen lassen", sagt er verärgert. Er ist überzeugt, dass "das Einkaufszentrum den Bach runtergeht."

Es gebe dann keinen Metzger mehr in Garath, sagt Puck. Die Leute in der Umgebung könnten nicht mehr die Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Ältere Menschen hätten dann gar nicht mehr die Möglichkeit, selbstständig einkaufen zu gehen, meint er nicht zuletzt mit Blick auf das in unmittelbarer Nähe liegende Hildegardisheim. Für Puck steht fest: "Dann werden andere Läden folgen und schließen, und der Leerstand ist programmiert. Das ist das Aus für das Einkaufszentrum."

Die Nachricht von der Schließung des Edeka-Marktes verbreitete sich gestern unter den Kunden im Zentrum wie ein Lauffeuer. Viel Geschimpfe mussten sich die Angestellten anhören. "Sie glauben gar nicht, was hier los ist", sagt Puck. Aber es herrscht auch Fassungslosigkeit.

Die BIG hat inzwischen ein Schreiben verteilt, in dem sie auf die Situation aufmerksam macht: Darin fordert der Vorstand der BIG die Stadtteilpolitiker aus der Bezirksvertretung 10 auf: "Unterstützen Sie unser Bemühen, Garath am Leben zu halten, den Lebenstandard und die Lebensqualität zu sichern."

Fred Puck erwartet, dass sich endlich die Politiker rühren und sich zumindest für den Erhalt der Nahversorgung einsetzen. Schon die Industrie- und Handelskammer habe bei ihrer Untersuchung vor fünf Jahren immer nur vom Hauptzentrum gesprochen. "Es gibt uns aber auch noch", sagt Puck kämpferisch.

Quelle: RP
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