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Garath
Ein Fest für die Bewohner und Nachbarn des Flüchtlingshauses

Garath. Sollte das Kinderfest in dem Garten des Mehrfamilienhauses an der Emil-Barth-Straße, in dem die Stadt mehrere Flüchtlingsfamilien untergebracht haben, etwa ausgefallen sein? Auf dem Weg dahin ist nichts zu hören. Doch bei der Ankunft erschließt sich der Grund der Stille, die über dem Grundstück liegt, sofort: Alle, Erwachsene wie Kinder, kauen in friedlicher Runde an ihren Pizza-Stücken. Von Andrea Röhrig

Doch nach dem Mittagessen ist es mit der Ruhe schon wieder vorbei. Barbara Schütte übernimmt das Kommando und kündigt das nächste Spiel an. Für den Vermieter, die Koch-Immobilien, hat deren Mitarbeiterin auch in diesem Jahr wieder das Kinderfest organisiert. Damals sollte es ein Willkommensfest für die frisch eingezogenen Familien sein, heute ist es ein Wiedersehensfest. Denn zwei Familien sind inzwischen geduldet und haben eine eigene Wohnung in Garath gefunden. Doch für das Kinderfest kehren sie gerne in den Garten des Mehrfamilienhauses zurück. Eine Besonderheit im Vergleich zum Vorjahr hat Schütte ausgemacht: "Alle sind miteinander im Gespräch, auch die Erwachsenen, die ja aus unterschiedlichen Herkunftsländern kommen. Aktuell leben in dem Haus Syrer, Afghanen und Nigerianer.

An Schüttes Seite helfen wieder bewährte Kräfte mit, unter anderem der Künstler und Musiker David Müller-Rico. Er stellt gerade auf dem Weg neben dem Gärtchen gefüllte Wasserflaschen auf: "Wir kegeln gleich", sagt Müller-Rico. Er liebt es, Spiele zu spielen, vor allem, wenn die Kinder wie gestern mit Feuereifer dabei sein. An den Tischen steigt gerade der erste Wettkampf Jungs gegen Mädchen. Immer eines der Kinder muss sich Handschuhe anziehen und ein Überraschungsei pellen. Die Schokolade dürfen hinterher auch die Jungs esse, selbst wenn sie in dem Spiel hinter den Mädchen Zweiter wurden.

Die Szenerie haben drei Geschwister ganz genau im Blick. Mit Kameras halten die 15-jährigen Zwillinge Omar und Mohamad sowie ihre ein Jahr ältere Schwester die besonderen Momente fest. Die drei sind mit dem Rest ihrer Familie seit acht Monaten in Deutschland. Und schon in ihrer Heimat haben sie fotografiert, erzählen sie - aber nicht mit solch einer tollen Ausrüstung.

Am späteren Nachmittag wird der Grill angeworfen, für das Barbecue hatten auch viele Nachbarn ihr Kommen zugesagt.

Quelle: RP
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