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Garath
Ein Leben für den Sport

Garath. Mehrere Jahrzehnte lang engagierten sich Elisabeth und Horst Decker für den Garather Sportverein. Beide haben die Anfänge des Vereins miterlebt, der vor 50 Jahren gegründet wurde. Von Ina Armbruster

Sportlich war Horst Decker schon immer. Als Kind war er in seiner Heimatstadt Boppard am Mittelrhein im Turnverein, lief viel, spielte Handball. Auch als er nach Düsseldorf kam und in den damals neu entstehenden Stadtteil Garath zog, war Freunden und Nachbarn schnell klar: Wenn jemand bei der Gründung eines Sportvereins mitmachen würde, dann er.

"Hier gab es Mitte der 60er noch gar keine Angebote, dafür aber in der neuen Siedlung jede Menge Kinder und Erwachsene, die Sport machen wollten", erinnert er sich. Als einer von sieben Männern unterzeichnete er 1966 - vor 50 Jahren - die Gründungsurkunde. Trotzdem erhielt er die Mitgliedsnummer Acht. "Es gab wohl jemanden, der viel gespendet hatte und deswegen eine noch niedrigere Mitgliedsnummer erhielt", erzählt er lachend.

Die Acht blieb Deckers Glückszahl, jahrelang hatte er die Nummer auf seinem Handballtrikot stehen. "Wie früher Handball gespielt wurde, können sich die Jüngeren kaum noch vorstellen. Wir haben draußen gespielt, das Feld war genauso groß wie ein Fußballplatz." Jahrzehntelang trainierte er viele Mannschaften und war als Schiedsrichter im Einsatz. Er saß im Rechtsausschuss und unterstützte die Planungen für das Vereinsheim, schließlich war er im Hauptberuf Bauleiter. Die Liste der Ehrenauszeichnungen durch den Garather SV und den Handballverband Niederrhein ist lang.

Nur wenige Monate nach ihm wurde seine Frau Elisabeth Mitglied im Verein - und engagierte sich ebenso intensiv. Fast jeder, der zwischen den 70er und den 90er Jahren in Garath aufgewachsen ist, hat bei ihr Schwimmen gelernt. "2000 Seepferdchen-Prüfungen habe ich bestimmt abgenommen", schätzt sie. Und das war oft gar nicht so einfach. Laut Prüfungsordnung mussten die Kinder nämlich vom Ein-Meter-Brett springen. Das gab es im Lehrschwimmbecken an der Stettiner Straße allerdings nicht. "Also sind die Kinder zuerst auf eine Bank und dann auf meine Schultern geklettert und sind von dort aus ins Becken gesprungen. So habe ich das Brett ersetzt", erzählt sie. Bewusst geplant hatte sie ihr Engagement nie. Erst half sie nur aus. Als zwei der Trainer ausfielen, machte sie schließlich selbst einen Trainerschein. Neben ihrem Beruf in der ambulanten Altenpflege verbrachte sie unzählige Stunden im Schwimmbad. Selbst als sie durch eine Krankheit auf einem Auge erblindete und lange kein Chlorwasser an ihre Augen gelangen durfte, trainierte sie ihre Erwachsenen-Gruppe noch vom Beckenrand aus. Das Familienleben wurde um den Sport herum geplant. "Wenn einer immer unterwegs ist und der andere zu Hause, ist das etwas anderes. Dadurch, dass wir beide gerne aktiv waren, hatten wir Verständnis füreinander." Ihr Sohn lernte bei ihr Schwimmen, spielte später beim Vater Handball. Beiden fiel es schwer, als sie sich aus Altersgründen zurückziehen mussten. Handball schaut Horst Decker zwar nicht mehr, aber den Tabellenstand seiner Lieblingsmannschaften verfolgt er noch immer. Er wird bald 87, sie ist 83 Jahre alt. Doch ihre aktive Zeit für den SV Garath ist permanent präsent. Sind die beiden im Stadtteil unterwegs, werden sie oft von Menschen angesprochen, die sie früher trainiert haben. Elisabeth trifft sich bis heute regelmäßig mit den Teilnehmern ihrer früheren Schwimmgruppe. "Wenn wir zusammenkommen, heißt es immer gleich 'Ach, weißt du noch...'", sagt sie schmunzelnd. Dabei hat das Ehepaar längst ein neues Hobby gefunden: den Senioren-Tanztee im Bürgerhaus.

Quelle: RP
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