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Garath/Urdenbach
Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Garath/Urdenbach: Eine Welle der Hilfsbereitschaft
Anke Nübold gehört zu dem Ehrenamtler-Team, das sich um die Kleiderausgabestelle in der Theodor-Litt-Realschule kümmert. FOTO: Günter von Ameln
Garath/Urdenbach. Bei der Bezirksverwaltungsstelle 10 sind 376 Hilfs-Angebote für die Menschen eingegangen, die an der Koblenzer Straße untergebracht sind. Die betreuenden Maltester bitten um Plätzchen und Baumschmuck für Weihnachten. Von Andrea Röhrig

Es ist wuselig in der Traglufthalle, in der an der Koblenzer Straße rund 300 Flüchtlinge untergebracht sind. Kinder spielen in der für sie eingerichteten Ecke, ein paar Frauen basteln Weihnachtssterne, ein paar junge Männer stehen beisammen und reden. Es geht raus und rein. Da den Überblick zu behalten, ist nicht eben einfach. Am Eingang sitzt ein Pförtner, der jedoch alles im Blick hat. Wer raus oder rein geht, muss sich per Chipkarte an- und abmelden.

Mittendrin wuseln Maxi Schuchardt und Martina Pellech herum. Erstere leitet für die Malteser, die die Betreuung der beiden in Düsseldorf aufgestellten Traglufthallen übernommen hat, die Einrichtung. Pellech ist die Ehrenamtskoordinatorin für die Halle an der Koblenzer Straße. Gestern hat sie von Uwe Sandt und dessen beiden Mitstreiterinnen aus der Bezirksverwaltungsstelle des Stadtbezirks 10 eine Liste mit allen potenziellen Helfern zur Verfügung gestellt bekommen. Denn seitdem bekannt wurde, dass auf die Fläche zwischen den beiden Schulen und der Kita eine Flüchtlingsunterkunft hin soll, stand das Telefon in der Bezirksverwaltungsstelle nicht still.

376 Hilfsangebote gibt es alleine in den vier Bereichen Freizeitangebote, Lotsen, Dolmetschertätigkeiten und Sprachunterricht. Verständlich, dass Sandt da von einer "unglaublichen Zahl" spricht. Alle die, die sich in seinem Büro gemeldet haben, bekommen nun eine Mail mit dem Verweis auf die Malteser und mit der Bitte um ein bisschen Geduld. Denn die Hilfsorganisation ist gerade noch dabei, den Ablauf in der Unterkunft zu organisieren. Martina Pellech will sich aber bei jedem, der sich engagieren will, melden, versicherte sie gestern.

Gut organisiert in der Einrichtung ist die Ausgabe von Kleiderspenden. Die Theodor-Litt-Realschule hat zwei Kellerräume zur Verfügung gestellt. Dorthin gehen die im Zelt untergebrachten Menschen, um sich ein paar Kleidungsstücke auszusuchen. Die Schlüsselgewalt hat Schul-Hausmeister Dieter Hollenbrock, der den Ehrenamtlern jederzeit aufschließt.

In den Regalen stapeln sich Pullis und Kindersachen, an Kleiderständern hängen wohlgeordnet Jacken und Mäntel. Eine, die dort ehrenamtlich hilft, ist Anke Nübold: "Wir nehmen auch immer noch weitere Kleiderspenden an, allerdings nichts in großen Größen und keine Sommersachen. " Die Abgabezeiten sind donnerstags zwischen 9 und 12 sowie 15 und 17 Uhr. Auch Kindersachen in allen Größen werden gerne genommen, denn anfangs hatte es geheißen, dass nicht viele Kinder in die Traglufthalle ziehen. Das ist aber anders: "Wir haben hier viele Familien", sagt die Einrichtungsleiterin. Die Liste an Dingen, die die Menschen benötigen, ist lang: "Wir wollen bald mit dem Sportangebot anfangen und brauchen dafür Sportkleidung in allen Größen", sagt Maxi Schuchardt. Auch Hausschuhe sowie Badelatschen werden gesucht wie auch Frauen-Leggings. Ebenfalls ungetragene Unterwäsche und Socken werden benötigt sowie Koffer. "Ich habe wieder Menschen ankommen sehen, die hatten ihre Habseligkeiten in einem blauen Müllsack", berichtet Martina Pellech.

Zu guter Letzt berichtet Uwe Sandt, dass die evangelische Kirchengemeinde in Urdenbach vier Tannenbäume stiftet, die beim Weihnachtsbaumverkauf nicht weggegangen sind. Pellech klatscht begeistert in die Hände. Denn nach Weihnachten sieht es in der Unterkunft nicht aus. "Es sind zwar auch Christen hier; aber auch die anderen haben schon viel von der deutschen Weihnacht gehört und freuen sich darauf", sagt die Ehrenamtskoordinatorin.

Doch damit die vier gestifteten Bäume auch aufgestellt und geschmückt werden können, werden jetzt noch vier Christbaumständer sowie Schmuck benötigt. "Allerdings können wir aus Sicherheitsgründen keine Lichterketten gebrauchen", sagt Schuchardt. Die Augen von Martina Pellech beginnen an zu strahlen, als sie sagt: "Die Liste von Dingen, die wir brauchen, ist zwar schon lang. Aber es wäre ganz toll, wenn Sie schreiben, dass wir für den vierten Advent oder Weihnachten auch noch gerne Plätzchen oder Stollen für die Menschen hier hätten." Diese Spenden kann man übrigens direkt zum Eingang der Einrichtung bringen.

Quelle: RP
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