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Garath
Farbgeruch auf dem Garather Markt

Garath. Kunden und Händler beschwerten sich gestern über intensiven Farbgeruch in der Fußgängerzone. Arbeiter hatten den Asphalt gestrichen - für das Blaue Band. Von Birgit Wanninger

Seit 20 Jahren steht Kitty van Kaathoven auf dem Garather Markt. Aber in all den Jahren hat die Holländerin das noch nicht erlebt: Es stinkt. "Und zwar sehr unangenehm", sagt die Geschäftsfrau. "Zuerst haben meine Kunden gedacht, das seien meine Waren", meint die Marktfrau, die den Käsestand betreibt, augenzwinkernd.

Doch schnell sei klar gewesen, dass es sich um das so genannte "Blaue Band" handelt. Vom Brunnen vor der Freizeitstätte, gleich unter dem Sonnenrad, bis zur Pizzeria haben Arbeiter am Donnerstag damit begonnen, Farbe auf den Asphalt aufzutragen. Ein kräftiges, wie zahlreiche Marktbesucher gestern anmerkten "sehr kräftiges" oder "grelles" Blau.

"Das ist Kunst", haben Mitarbeiter der Freizeitstätte schon am Donnerstag verständnislosen Passanten erklärt. Der penetrante Farbgestank war nicht nur für sie am Donnerstag fast unerträglich.

Auch gestern war der Geruch noch deutlich - trotz zwischendurch einsetzenden Regens - zu merken. "Ich kann nicht verstehen, dass solche Arbeiten ausgerechnet dann gemacht werden, wenn am nächsten Tag Markt ist", sagt Kundin Christine Reisen. Die Lebensmittel lägen hier doch offen an den Ständen, da zöge der Geruch doch rein. Unverständnis herrscht nicht nur bei der Garatherin, sondern auch bei den Marktbeschickern. "Da hätte man sich auch einen anderen Tag aussuchen können", meinen die beiden Damen vom Geflügelstand. "Die Kunden klagen über den strengen Geruch und rümpfen die Nase", erklären auch die Mitarbeiter am Gemüsestand.

Und nicht nur Kunden bekamen Kopfschmerzen oder es wurde ihnen von dem penetranten Geruch übel. "Ich stehe seit 6.30 Uhr auf dem Markt", sagt Kitty van Kaathoven. "Und die Kopfschmerzen werden von Stunde zu Stunde schlimmer", klagt sie. "Heute achten alle auf Bio und Umweltverträglichkeit, und dann das", sagt die Käseverkäuferin. Sie geht davon aus, dass die Farbe nicht umweltverträglich sei.

Dem widerspricht die Verwaltung. Für die Farbe, die für das Blaue Band ausgewählt wurde, gebe es weder gesundheitliche noch umweltfeindliche Bedenken, heißt es. Vielmehr werde die gleiche Farbe benutzt wie für den Radwegbelag - mit dem Unterschied, dass es sich im Garather Hauptzentrum um blaue und nicht um rote Farbe handelt. Der Anstrich ist einer letzten Verbindungstücke des Blauen Bandes. 2006 wurde mit dem Verlegen des Lichtbandes begonnen. Es ist Teil der so genannten Wohnumfeldverbesserung und der Aufwertung des Hauptzentrums und soll eine illuminierte Brücke zwischen den Stadtteilen im Osten und im Westen Garaths schlagen. Von dem ursprünglichen Plan eines Lichtbandes hat man an dieser Stelle jetzt abgesehen und stattdessen einen weißen Streifen aufgemalt, in dem feine Glaskügelchen enthalten sind, die je nach Lichteinfall leuchten.

Die Kosten sind durch diese Abwandlung erheblich gesenkt worden: Für den Verlauf zwischen Brunnen und Pizzeria sind 7000 Euro angesetzt. 40.000 Euro kostet das wesentlich kleineren Teilstück im oberen Bereich der Fußgängerzone, der noch mit Leuchtdioden versehen wird. Nach Abschluss dieser Arbeiten wäre das Blaue Band nach zehn Jahren vollständig.

Quelle: RP
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