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Garath
Frech-schwadronierend das Publikum verzaubert

Garath. Die Kabarettistin Anka Zink gastierte in der Freizeitstätte mit ihrem Programm "Extrem positiv" und stellte dabei sehr viel klar. Von Beate Gostincar-Walther

Anka Zink hat in ihr "Wohnzimmer" in die Fritz-Erler-Straße eingeladen. Jedenfalls fühlt es sich nicht anders an, wenn sie frech schwadronierend die Bühne der Garather Freizeitstätte durchmisst - mit dem Publikum per Du. Fast alles - vor allem Politisches - nimmt sie in ihrem Programm "Zink extrem positiv" mit Wortwitz, Spott und im vertrauensseligen Plauderton aufs Korn. Ob AfD, Bankenkrise, religiöse Verirrungen, Bauskandale, heimische Baustellen, Pokemon, " Tatort", Willkommenskultur oder die digitale Medien-Zauberwelt - Anka Zink entzaubert die Welt und verzaubert dabei ihr Publikum.

"Sushi mit Altbier in Düsseldorf, das ist soziale Integration", stellt die Kabarettistin klar. Toleranz, sei ein tolles Wort, weil es sich von "toll" ableite, "von Spaß ist in Wikipedia nirgendwo die Rede", belehrt sie ihr Publikum. Den Bogen von den Skandal-Baustellen Stuttgarter Bahnhof und Elbphilharmonie ("die Entscheidungen sind zeitnah aber ergebnisfern") bis hin zu den Tatort-Kommissaren, die "Alkoholiker, geschieden oder depressiv sind", schafft sie mühelos.

Von der modernen Arbeitswelt inspiriert, meint sie: "Heute glauben Menschen, dass sie arbeiten, wenn sie eine E-Mail lesen und zurück mailen, dass sie die E-Mail nicht verstanden haben." Die Polizei macht für sie im Blick auf diese Moderne "keine gute Figur". "Die haben eine Maschine nur zum Schreiben, damit kann man nicht telefonieren und sie hat auch keine Wetter-App".

"Jeder kann Bundeskanzler werden, wenn er die Raute kann", feixt Zink zwischendurch. Auch die kleinen Dinge des Lebens, zum Beispiel der Gesundheitswahn, bekommen ihr Fett weg: "Ein Tellerchen Eiswürfel ist organisch, vegetarisch und hat ganz wenig Kalorien." Und: Irgendwann würden die Schweine verklagt, weil sie zu dick werden. Natürlich fehlt bei der Katholikin der Seitenhieb auf die Religionen nicht. Psychologie sei neuzeitlicher Kram "Bei der Beichte kannst du alles vergessen, wieder auf 'relaod' stellen und dann neu anfangen", berät das lachende Publikum.

"Ihre Spontanität kommt super rüber, und auch die Art, wie sie es vorträgt und sich ausdrückt, gefällt mir", sagt Marianne Fornol, aus Derendorf. "Sie geht nicht unter die Gürtellinie und ist trotzdem politisch. Toll, wie sie alles aufarbeitet", meint Margret Thieler. Sie und ihre Begleiterin hätten sich bei manchen Passagen "kaputtgelacht", weil sie sich wiedergefunden hätten.

Auf Rheinisch gesagt kommt die Kabarettistin ohne schriftliches Konzept von "Hölzken aufs Stöcksken". Sie stellen alles bloß und beflügeln das Publikums.

Gut zwei Stunden vergehen rasant schnell. Die Zuschauer folgen gebannt und amüsiert Anka Zinks kabarettistische Reise durch die kleine, große, alte und neue Welt einschließlich Zugabe.

Quelle: RP
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