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Garath
Garather möchten eine Hundewiese

Garath: Garather möchten eine Hundewiese
Hunde müssen draußen bleiben - oder angeleint. Sie können in Garath nirgends frei rumlaufen. FOTO: Günter von ameln
Garath. Das Gartenamt lehnt ein brachliegendes, städtisches Grundstück vor dem Garather Schloss als Auslauf für die Vierbeiner ab. Es möchte lieber einen freien Blick aufs Schloss - so wie früher. Von Birgit Wanninger

Warum darf die Wiese vor dem Garather Schloss nicht als Hundewiese genutzt werden, wie es sich zahlreiche Stadtteilpolitiker und Bürger wünschen. Bezirksbürgermeister Uwe Sievers hatte dazu extra einen Mitarbeiter des Gartenamtes eingeladen, der über die Nutzung der Wiese vor dem Schloss berichten sollte.

Um es vorwegzusagen: Die Einrichtung einer Hundewiese lehnt Lutz Nöthen vom städtischen Gartenamt kategorisch ab. Was aber in Zukunft aus der Wiese werden soll, das konnte er auch nicht so konkret erläutern. Nur eins wusste er gewiss: Der Blick aufs Schloss soll wieder frei sein - von beiden Seiten.

Nach dem Wunsch des Gartenamtes soll es einen freien Blick auf das Schloss geben. Da könnten Zäune stören. Müssen für den freien Blick auch Bäume weichen? FOTO: O. Staschik

Das städtische Grundstück vor dem Schloss hatte die Stadt zuletzt verpachtet. Gutsverwalter Dankwart von Dörnberg nutzte es als Pferdekoppel, hat aber vor einem Jahr den Vertrag gekündigt. Ein Grund war, dass die Wiese voller Unkraut war und der Eigentümer, also die Stadt, nichts dagegen unternommen hat. Dörnberg hat immer wieder auf die Problematik aufmerksam gemacht, denn Herkulesstauden wucherten und das für Pferde hochgiftige Kreuzband vermehrte sich rasant. Die großen Herkulesstauden hat er immer wieder ausgegraben. Mit Chemie durfte er sie nicht behandeln, weil in der Nähe der Mühlenbach fließt.

Das Kreuzband ist zwar für Pferde giftig, nicht aber für Hunde. Deshalb kamen die Hundefreunde in der Bezirksvertretung 10 auf die Idee, auf der Wiese die Vierbeiner ohne Leine laufen zu lassen. Es wäre die einzige Möglichkeit eines Freilaufs für die Garather, seit auf der offiziellen Hundewiese an der Koblenzer Straße das Tragluftzelt für die Flüchtlinge steht.

Gartenamtsmitarbeiter Lutz Nöthen lobte das Grundstück in den höchsten Tönen. Von Biotop-Qualität war die Rede, von der Erholungsbedeutung, vom Grünlandschutz - und überhaupt: die Fläche. Ihm schwebte eine Wiese vor mit vielen Blumen. Und da das Schloss Garath mit seinem Park schon ein Denkmal sei, soll alles wieder so hergerichtet werden wie früher.

Aber welches "Früher", das blieb nebulös. Ebenso, ob nun die Wiese einen Weidezaun bekommen soll oder einen hohen Drahtzaun. Ganz zu schweigen von dem freien Blick... Für Nöthen hat die Wiese einen wichtigen Standard, und darauf haben Hunde nichts zu suchen, weil sie durch ihren Kot den Boden verseuchen und das Heu, das gemäht wird, nicht mehr gebraucht werden könne. Und durch den Hundekot wachsen bestimmte Blumen auch nicht mehr.

Dass die Wiese momentan völlig verkommt, dass dort Herkulesstauden, auch Bärenklau genannt, im Sommer wie wild wucherten und keiner sich, seit von Dörnberg die Pacht gekündigt hatte, um die Pflege des Grundstücks kümmerte, blieb von ihm unerwähnt. Vage Äußerungen über die künftige Pflege beantwortete Nöthen mit einem "Entweder Oder" zur Unbefriedigung der Stadtteilpolitiker.

Augenscheinlich ist seit einem Jahr an diesem Grundstück gar nichts mehr gemacht worden. Dabei müsste die Wiese dringend von den Pflanzen-Samen entfernt und neu eingesät werden. Experten glauben, dass die Fläche erst in zwei, drei Jahren wieder nutzbar ist.

SPD-Ratsherr Jürgen Bohrmann sucht nach einer Rheinischen Lösung. Da die Wiese momentan nicht genutzt werde, könnte sie den Hunden doch vorübergehend zur Verfügung gestellt werden, bis das Terrain an der Koblenzer Straße wieder frei ist, meint er.

Quelle: RP
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