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Garath
Goldener Ring: Abriss 2016

Garath: Goldener Ring: Abriss 2016
Die Brandruine Goldener Ringe versteckt sich hinter den bemalten Sperrholzplatten. Das Gebäude soll abgerissen werden. Dort soll das künftige Gemeindezentrum von St. Matthäus entstehen. FOTO: Olaf Staschik
Garath. Vier Architektenbüros müssen bis nächste Woche ihre Modelle für das neue Pfarrzentrum St. Matthäus abgeben. Das Sieger-Modell wird am 20. September der Gemeinde präsentiert. Von Birgit Wanninger

Wenn im September die Pfarrgemeinde St. Matthäus ihr Pfarrfest feiert, dann haben die Gemeindemitglieder viel Gesprächsstoff. Denn an diesem Tag können sie sehen, wie ihr künftiges Gemeindezentrum aussehen wird.

Zwei Tage zuvor, am Freitag, 18. September, tritt die Jury zusammen, um aus den vier Modellen, die vier renommierte Architekturbüros erstellt haben, ihren Favoriten zu küren. Karl-Heinz Böken, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, geht davon aus, dass das gewählte Modell dann auch gebaut wird. Böken ist einer von zahlreichen Jury-Mitgliedern, darunter Vertreter der Stadtverwaltung, des Denkmalschutzes, der Bezirksvertretung, der Gemeinde und Experten. "Sicherlich werde es einige Diskussionen um die Entscheidung geben, die die Jury am Freitagabend fällt", sagt Böken, aber danach könne es endlich losgehen. Er glaubt, schon im nächsten Jahr.

Seit acht Jahren, seit der Fusionierung der Gemeinden von St. Norbert und St. Theresia zu St. Matthäus, gibt es Pläne für ein Gemeindezentrum. Als dann 2010 der Goldene Ring abbrannte, kaufte die Gemeinde vor rund drei Jahren das Grundstück, konnte aber zunächst nicht planen, weil der Architekt Gottfried Böhm, der unter anderem das Hildegardisheim und die St. Matthäus-Kirche gebaut hat, die Genehmigung erteilen musste. Er besitzt ein Veto-Recht und gab vergangenes Jahr erst sein Okay.

Das Gemeindezentrum soll auf dem Grundstück zwischen der Pfarrkirche, also auf der Fläche zwischen der René-Schickele-Straße und der Brandruine Goldener Ring an der Ricarda-Huch-Straße entstehen.

"Wir haben zwar ein schönes Gemeindezentrum mit dem Johannes-Haus", sagt Pfarrer Martin Ruster, "aber das liegt in Hellerhof." Feierlichkeiten könnten nicht direkt nach der Kirche stattfinden, sondern die Gottesdienstbesucher müssten in den anderen Stadtteil fahren. "Es sei denn, wir feiern im Freien", fügt Ruster hinzu. Dabei ist er überzeugt, dass das Johannes-Haus zu den schönsten Pfarrzentren des Bistums zählt.

Das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln, das den Bau finanziert, hat vier Architektenbüros beauftragt., Modelle für das neue Gemeindezentrum in Garath zu erstellen, die in den unter Denkmalschutz stehenden Komplex passen sollen. Dabei handelt es sich um renommierte Architekturbüros wie Schilling aus Köln, Pier-Sieben Architektur GmbH (Düsseldorf), Kister-Scheidhäuser-Groß (Köln) und das berühmte Architekturbüro Böhm, das sich auf Kirchenbauten spezialisiert hat.

Schon nächste Woche, am Donnerstag, 20. August, müssen die Architekturbüros ihre Modelle einreichen. Die Abgabefrist sei so früh gelegt, damit noch Nachbesserungen möglich seien, sagt Böken. Denn Ziel ist es, nicht vom Bebauungsplan abzuweichen. "Den wollen wir nicht ändern, sonst dauert es ja Jahre, bis das Gemeindezentrum fertig ist", sagt Böken.

"Schließlich liegen unter dem Grundstück jede Menge Leitungen", erklärt Pfarrer Ruster - für Fernwärme, Strom, Wasser und von der Telekom. Er habe erst vor kurzen erfahren, dass sie vom Goldenen Ring bis zum kirchengeigenen Garten verlaufen. Jetzt hofft er, dass keine Leitungen verlegt werden müssen, denn dann verzögere sich Bauvorhaben.

"Aber wir haben ja keine Eile", sagt der Geistliche, schließlich gebe es ein Gemeindezentrum in Hellerhof. Deshalb blickt er gelassen auf das Bauvorhaben und den Zweitplan.

Karl-Heinz Böken ist allerdings Optimist. Deshalb geht er davon aus, dass schon im nächsten Jahr der Bau beginnt und die Brandruine abgerissen ist.

Quelle: RP
 
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