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Garath
Henkel-Schule beginnt zu schrumpfen

Garath. Für die Leiterin der Fritz-Henkel-Schule, Maria Karrenbrock, beginnt heute ein Abschied auf Raten. Zum ersten Mal kommen keine Fünftklässler in die Hauptschule an der Stettiner Straße. Die gehen in die Gesamtschule. Von Birgit Wanninger

Als Maria Karrenbrock Ende 2009 die Leitung der Fritz-Henkel-Schule in Garath übernahm, setzte sie sich fortan dafür ein, alles zu tun, damit die Hauptschule und ihr spezielles Engagement für die berufliche Eingliederung von Schülern erhalten bleibt.

Doch jetzt ist es anders gekommen. Die Fritz-Henkel-Schule ist ab sofort ein Auslaufmodell. Parallel wird auf dem Gelände an der Stettiner Straße Schritt für Schritt die neue Gesamtschule errichtet. Eine Idee, für die sich die Leiterin der Hauptschule im Sommer vergangenen Jahres stark gemacht hat, und die ohne Gegenstimmen und Enthaltungen von der Schulkonferenz getragen wurde. Ein Vorschlag, der Ende 2015 von der Politik umgesetzt wurde. Mit dem Vorschlag und der Realisierung der Gesamtschule ist man vielleicht auch einer vorzeitigen Schließung der Hauptschule zuvorgekommen.

Doch für Maria Karrenbrock bedeutet das keineswegs weniger Arbeit. Schon seit mehr als einer Woche kommt sie jeden Tag zur Schule - und das ist dann oft mehr als ein Acht-Stunden-Tag. Absprachen, Organisation, Telefonate, Konferenzen, wieder Telefonate. Die Liste ihres Aufgabenbereichs ist lang. Immer wieder gibt es Gespräche mit ihrem Kollegen Stephan Prkosch, dem neuen Leiter der Gesamtschule, der nur zwei Zimmer weiter in den Schulferien sein Büro bezogen hat. Dort, wo bis Schuljahresende Karrenbocks Stellvertreterin Helga Reetz-Semrau ihr Büro hatte. Karrenbrock hat Wert darauf gelegt, dass beide Rektorenzimmer mit dem Sekretariat verbunden sind, das sich ab sofort die beiden Schulen teilen.

Maria Karrenbrock findet es eine "tolle Sache" für Garath, dass dort jetzt eine Gesamtschule wächst. Man dürfe auch nicht vergessen, dass den Hauptschulen Schritt für Schritt die Grundlagen genommen worden seien. Ambitionen, die Leitung der neuen Schulform zu übernehmen, hat sie nie gehabt, nur dafür mitgekämpft. Die 60-Jährige, die die Fächer Chemie und Geschichte studiert hat, und später noch Englisch, verfügt als Hauptschullehrerin und Rektorin letztlich über Allrounder-Fähigkeiten. Sie hatte zuvor die stellvertretende Leitung einer Schule in Köln-Worringen inne. "Die gibt es heute auch nicht mehr", sagt Karrenbrock.

Jetzt schließt sie eine andere Schule, ihre Schule. Sicherlich, es sei schon etwas komisch, dass heute keine Fünftklässler kämen, sagt Maria Karrenbrock. Dennoch kommen Neue dazu: Seiteneinsteiger, Schüler von weiterführenden Schulen und nicht zuletzt Förderschüler, wie beispielsweise Flüchtlingskinder. "Da vergrößert sich noch so manche Klasse während des Schuljahres", weiß Karrenbrock aus Erfahrung.

Trotzdem wird die Schule schrumpfen. 340 Kinder und Jugendliche gehen ab heute in die 17 Klassen der Fritz-Henkel-Schule. Die Lehrer sind - noch - alle geblieben; aber zum Teil schon stundenweise abkommandiert zur Gesamtschule. Auch das Kollegium wird schrumpfen; denn die Zahl der Lehrer richtet sich nach der Zahl der Schüler, sagt Karrenbrock

Dann gesteht sie: "Ja, das Gefühl ist ein anderes: Das Ende der Schule ist absehbar. Im Sommer 2021 ist Schluss." Und Maria Karrenbrock wünscht sich für die verbleibende Zeit, ihre Schüler zu einem guten Abschluss zu bringen.

Quelle: RP
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