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Garath
Keine Kunden im Zentrum Nord-West

Garath. Nach umfangreichen Umbauarbeiten ist das Nebenzentrum an der Josef-Kleesattel-Straße ein richtiges Schmuckstück geworden. Dennoch fehlt es an Kundschaft und einige Geschäfte haben schließen müssen. Von Birgit Wanninger

Für John Azzarini ist das Ganze ein Trauerspiel, was sich momentan in Garath Nord-West abspielt. Jahrelang hat er für die Neugestaltung des Einkaufszentrums gekämpft. Immer wieder hat er die Finger in die Wunde gelegt, als es mit den Arbeiten zur Attraktivitätssteigerung des Einkaufszentrums nicht weiter ging.

Jetzt sind die Arbeiten im Einkaufszentrum an der Josef-Kleesattel-Straße abgeschlossen, und die Neugestaltung kann sich sehen lassen: Zwischen den Platanen, die sattes Grün tragen, ist nun ein schmuckes Plätzchen mit vier einladenden Bänken entstanden.

Nur: Dort sitzt keiner. Im kleinen Zentrum herrscht gähnende Leere. Mehr noch, zahlreiche Geschäfte haben inzwischen geschlossen: Die Marien-Apotheke hat dicht gemacht, John Azzarini und seine Frau mussten aus gesundheitlichen Gründen ihren Friseursalon schließen, der Cookie-und-Coffee-Laden hielt sich gerade mal zwei, drei Monate. Der Spielwarenladen hat inzwischen auch geschlossen.

Was bleibt? Ein Döner-Pizza-Imbiss, ein Pizza-Service, ein China-Imbiss, ein Friseur und eine Fußpflege. Fels in der Brandung und ein Treffpunkt ist der Kiosk und Getränkeladen von Ismail Kahvecigki. Und der sagt: "Hier ist fast nichts mehr los. Aber es ist schön geworden."

2014 haben nach Verzögerung und einer abgespeckten Version die Bauarbeiten auf Beschluss der Bezirksvertretung, die immer wieder Druck machte, begonnen. 460.000 Euro soll die Neugestaltung gekostet haben, bei der es immer wieder zu Bauverzögerungen kam. John Azzarini machte auf diese Ungereimtheiten aufmerksam, wandte sie an die Stadtverwaltung, sprach mit den Bauarbeiten und Firmen.

Auch wenn er kein Geschäft mehr im Einkaufszentrum führt, für Azzarini steht fest, er würde sich weiter um eine Attraktivitätssteigerung in Nord-West bemühen und engagieren. "Aber nicht allein. Ich möchte nicht noch einmal Einzelkämpfer sein", sagt er. Azzarini ist enttäuscht. Keiner kümmere sich mehr um das kleine Einkaufszentrum; vielmehr werde das Augenmerk nur noch auf das Zentrum in Süd-West gelegt, wo der Edeka-Laden seit einem Jahr geschlossen ist. Er hat den Eindruck, die Josef-Kleesattel-Straße ist abgeschrieben. Es müsse was getan werden.

Auch Klaus Mauersberger, stellvertretender Bezirksbürgermeister und CDU-Ratsmitglied, ist der Auffassung, dass in Garath Nord-West dringender Handlungsbedarf besteht. "Wir müssen für den Standort werben", sagt er. Er denkt an verstärktes Stadtteilmarketing oder die Gründung einer Werbegemeinschaft. Man müsse auf jeden Fall ein Konzept erstellen, um wieder Leben in das Nebenzentrum bringen. Er plant, auch mit den Eigentümern der Häuser zu reden und verspricht sich davon Erfolg.

John Azzarini könnte sich vorstellen, bei einer Werbe- oder Aktionsgemeinschaft mit zu machen. "Es müssen ja nicht nur Geschäftsleute sein, und wie müssen auch keinen Verein gründen", sagt er.

Quelle: RP
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