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Garath
Keine neuen Erkenntnisse bei Garath 2.0

Garath. Alternative Versorgungskonzepte, Nachbarschaftstreffs und ein Citymanager begeistern Stadtteilpolitiker wenig. Von Simona Meier und Birgit Wanninger

Mit Spannung erwarteten die Garather die Ergebnisse zum neuen Konzept für ihren Stadtteil. Viele erhoffen sich von "Garath 2.0" beispielsweise eine Verbesserung der Nahversorgung. In verschiedenen Bürgerbeteiligungen wie einer Identitätswerkstatt und einer Zukunftskonferenz hatten sie dem Dortmunder Planungsbüro Stadt-Raum-Konzept und dem Institut für Raumforschung und Immobilienwirtschaft Stimmungen und Ideen mitgeteilt.

In einer Sondersitzung der Bezirksvertretung (BV) 10 wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. In dem 221 Seiten starken Konzept, dessen Erarbeitung rund 300.000 Euro gekostet haben soll, wird Garath als grünes Wohnquartier mit einer sozial vielfältigen Bewohnerschaft charakterisiert.

Für die Stadtteilpolitiker nichts Neues. Die Verwaltung wollte, dass die BV 10 das Konzept, das über eineinhalb Jahre erarbeitet wurde, zur Kenntnis nimmt und den anderen Gremien weiterempfiehlt. Aber so einfach machten es sich die Stadtteilpolitiker nicht. Sie übten an zahlreichen Stellen Kritik. Bezirksbürgermeister Uwe Sievers (SPD) bemängelte den Zeitplan. Denn schon am 15. September soll Garath 2.0 im Rat verabschiedet werden. Vorher muss es durch zahlreiche Gremien. Schon gestern beschäftigte sich der Planungsausschuss mit dem Thema. Und dem ließ die BV ihre Bedenken und Anregungen mitteilen, und zwar schriftlich - in einem Kurzprotokoll "Unsere Anregungen und Bedenken dürfen auch in der Kürze der Zeit nicht unter den Tisch fallen", sagte Bezirksbürgermeister Uwe Sievers.

Das vorliegende Konzept diskutierten die Politiker kontrovers. Sie sehen in ihm lediglich eine solide Grundlage für weitere Entscheidungen. Das Konzept kennzeichnet dazu fünf Handlungsfelder, die von der Nahversorgung über das Wohnen, die Architektur, Kultur und Bildung bis zu Kommunikation und Begegnung reichen.

Die Bezirksvertretung weiß am besten, wo der Schuh drückt: vor allem in der Nahversorgung. Hier erwartete sie Lösungsvorschläge. Laut Konzept soll es ein Citymanagement geben (Kosten: 200.000 Euro, Finanzierung unklar). Die Struktur der Garather Zentren soll neu definiert und alternative Versorgungskonzepte angedacht werden. Dabei ist geplant, das Hauptzentrum zu stärken. "Vieles wurde schon von uns in der BV 10 initiiert", sagte Jörg Dietrich (CDU). Auch die anderen BV-Mitglieder übten diesbezüglich Kritik und verwiesen auf eigene Projekte und Ideen der Bürger.

Der nächsten Schritte sind laut Konzept, Gespräche mit Fördergeldgebern zu führen. Denn auf Fördermitteln basiert größtenteils das Konzept und seine Finanzierung. Das gilt auch für die Modellprojekte für "neue Wohnformen für gemeinschaftliches Wohnen" wie Nachbarschaftstreffs und möglichen Wohnungsneubau. Zudem fehle es an hochwertigem Wohnraum in Garath. Hier soll eine Machbarkeitsstudie Möglichkeiten zur Nachverdichtung und Aufstockung prüfen.

Außerdem bemängelten die Kommunalpolitiker, dass bis dato zu wenig Gespräche mit den Wohnungsbaugesellschaften geführt worden seien, die sicherlich auch jede Menge Ideen und Finanzierung in petto haben.

Quelle: RP
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