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Garath/Benrath
Kritik an Informationspolitik der Stadtwerke

Garath/Benrath. Immer mehr Anwohner, die vor sechs Wochen vom Heizkraftwerk abgeklemmt wurden, beschweren sich. Von Birgit Wanninger

Gerd Pogoschefski und sein Sohn Markus sind auf die Stadtwerke überhaupt nicht gut zu sprechen. Sie führen den Friseurladen an der Josef-Kleesattel-Straße und sind somit seit rund sechs Wochen immer wieder ohne warmes Wasser.

Die Friseure sind nicht die Einzigen. Es mehren sich die Beschwerden in den sozialen Netzwerken und auch immer mehr Leser klagen bei der Redaktion über die Stadtwerke.

Der Grund: Die Stadtwerke haben das Heizkraftwerk an der Wilhelm-Kreis-Straße, weil es veraltet war, abgestellt. Die bislang von dort versorgten Wohnungen sollen an das Biomasse-Heizkraftwerk an der Frankfurter Straße angeschlossen werden. Angeblich soll seit gestern alles fertig gewesen sein und funktionieren.

Gerd Pogoschefski hatte vorgestern ab 11 Uhr kein warmes Wasser, gestern war es fast kochend. Er ist extra zur Baustelle gegangen. "Die sagten mir, alles sei okay." Der Friseur musste mehrfach in den vergangenen Wochen Kundinnen nach Hause schicken, weil er kein warmes Wasser hatte. Zum Beispiel am 5. Oktober von 11 bis 14.30 Uhr.

Und er beklagt sich über die miese Informationspolitik der Stadtwerke. Denn die haben es bis heute nicht geschafft, den Inhaber des Salons zu informieren. "Das haben wir allein aus der Rheinischen Post erfahren", sagt der Friseur. Allerdings sei nicht, wie in der Pressemitteilung gestanden habe, das warme Wasser am Freitag, 1. September, um 14 Uhr abgeschaltet worden, sondern schon morgens um 9 Uhr. Das sei sehr ärgerlich für ihn und die Kunden gewesen. "Ich werde mir überlegen, den Stadtwerken meinen Verdienstausfall in Rechnung zu stellen", sagte er bereits Anfang September.

Über mangelnde Informationen beklagt sich auch Nicole Herber, die diese Woche nur hin und wieder heißes Wasser hatte. "An der Eingangstür hing ein Zettel der Stadtwerke", sagt sie. Das sei Ende August gewesen. Wie zahlreiche Betroffene bestreitet sie - wie von den den Stadtwerken behauptet - ein Schreiben im Briefkastenkasten gehabt zu haben.

Dass manche Anwohner keine Mitteilung erhalten hätten, sei aus Vorsicht geschehen, da nicht klar gewesen sei, ob sie von der Sperrung tatsächlich betroffen sein würden, erklärte Stadtwerke-Sprecher Anfang September.

Für viele Händler war diese Erklärung unverständlich. Warum sie nicht informiert wurden, konnte sich Pützhofen nicht erklären. "Wir haben alle Betroffenen, die bei uns im System stehen, angeschrieben. Zudem haben Mitarbeiter im Einsatz die betroffenen Haushalte und Geschäfte über die Abschaltung des Warmwassers informiert", sagte er.

Dass zahlreiche betroffene Garather immer wieder kein warmes Wasser haben, dafür haben die Stadtwerke keine Erklärung. Unverständlich auch die Aussage des Projektleiters Jürgen Schneider nachdem das Warmwasser wieder angestellt war. Die Arbeiten gingen weiter, "allerdings werden die Verbraucher davon nichts mehr mitbekommen", prognostizierte er.

Von wegen. Keiner der Anwohner in Garath und im Corelli-Viertel ist darüber informiert worden, dass während der Arbeiten die Heizung nicht funktioniert. Viele haben das erst gemerkt, als es am langen Wochenende kalt wurde. Erst danach reagierten die Stadtwerke, indem sie provisorische Schläuche verlegten, die durch Rohre ersetzt wurden.

Auch Monika Dahmen wusste nichts von der stillgelegten Heizung. Ihre 94-jährige Mutter wohnt im Corelli-Viertel. "Sie friert schnell, und wollte die Heizung schon am 23. September einschalten", sagt Dahmen. Als die Heizung nicht anging, rief ihre Mutter einen Installateur an. Der kam schnell, glaubte den Fehler gefunden zu haben und holte ein Ersatzteil. Bis er nach mehreren Telefonaten erfuhr, dass die Heizung gar nicht angestellt war. Kosten für die "Reparaturen": um die 700 Euro. Auch wenn die Heizung inzwischen funktioniert, wollten Dahmen wissen, warum die Heizung ausgefallen sei und rief bei den Stadtwerken an. Dort wusste keiner Bescheid. Und als Monika Dahmen erklärte, dass ihre Mutter nicht informiert worden sei, bekam sie zur Antwort: "Bei so vielen betroffenen Haushalten kann man nicht alle einzeln benachrichtigen." Monika Dahmen ist überzeugt: "Hätte meine Mutter Informationen von den Stadtwerken gehabt, hätte sie nie einen Installateur angerufen."

Quelle: RP
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