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Garath
Leuchtstab, Roboter und fliegende Autos

Garath. Viel Technik, nicht nur Frieden und einiges bleibt, wie es immer war - Kinder der Grundschule an der Neustrelitzer Straße unternehmen für uns eine fantasievolle Reise in das Jahr 2050. Von Beate Gostincar-Walther

Es gibt sie seit Urzeiten, die Sterngucker, Wahrsager und Kartenleger - sie versuchen entweder allein mit ihren Gaben oder mit diversen Hilfsmitteln, einen Blick in die Zukunft zu riskieren. Ob Ernst oder Spaß, ob persönliches Schicksal oder großes Weltgeschehen, vor allem zum Jahreswechsel erfreut sich der Blick in die vor uns liegende Zeit großer Beliebtheit. Welche Wahrheiten letztlich dahinterstecken, darüber scheiden sich die Geister, doch dass die Zukunftsfrage - ob negativ oder positiv - schon immer unsere Fantasie beflügelt, das ist ohne Frage.

Bei Viktoria, Arina und Zakaria, Schüler der vierten Klasse in der Grundschule an der Neustrelitzer Straße löst die Frage, wie sie sich die Zukunft in 35 Jahren vorstellen, zunächst einmal runde Augen und Erstaunen aus. An den Fingern zählen die Drei ab, wie "uralt" sie dann sein werden. Diese Jahreszahl bringt sie erst einmal zum Lachen, denn sie ist so unvorstellbar. Doch dann geht es stirnrunzelnd mit der Fantasie in das Jahr 2050. Wie wird es wohl aussehen in ihrer Stadt, wenn sie selbst über 40 Jahre alt sind? "Die Wohnhäuser sind 300 Meter hoch und breit und alle haben ganz große Wohnungen", malt sich Zakaria die Düsseldorfer Stadtwelt aus. "Dann gibt es Roboter-Einhörner, die beschützen uns, sie haben ein Horn und sie sind pink", ist sich Arina sicher. Viktoria unterstreicht das noch einmal: "Die Polizisten werden alle Einhorn-Roboter sein, damit sie unzerstörbar sind." Zakaria ist zwar ebenfalls sicher, dass Roboter in ferner Zeit viele Aufgaben übernehmen, aber "sie haben kein Horn, sondern nur vier Beine wie die Pferde". Gleichzeitig meldet er fachmännisch Bedenken an: "Wenn was nicht richtig läuft, wenn die falsch programmiert sind, dann kann was passieren."

Freie Straße sind wohl nicht nur für Erwachsene ein begehrter Zukunftstraum: "Die Autos fliegen", meint Viktoria strahlend, "und die Schiffe auch", ergänzt Arina. "Auf den Straßen laufen nur die Menschen", bestärkt Zakaria die gemeinsame Idee. Und die Roboter-Polizisten, Pardon - Einhörner - schwebten überall mittendrin, um alles zu regeln und aufzupassen. "Da sind dann Drohnen, die Pakete liefern, das machen keine Menschen mehr," beschäftigt sich Viktoria mit dem Transport-Problem.

Immer wieder beflügeln künstlichen Helfer aus Metall und Chips die Fantasie der Drei. "Wenn Roboter alles machen, haben die Menschen mehr Zeit für ihre Kinder", sagt Zakaria und verbindet die Vision mit einem Wunsch. "Und die helfen auch den alten Leuten." Trotz der hilfreichen Eigenschaften sind den Kindern die selbst erdachten Maschinenwesen nicht ganz geheuer. Kriege zwischen den Menschen und gegen andere Länder gebe es keine mehr, meint Viktoria, aber Menschen kämpfen gegen Roboter "weil die sich nicht verstehen". Der Grund sei doch klar: Menschen seien aus Fleisch und Blut und Roboter aus Metall. Da gebe es einfach kein Vertrauen. Doch Zakaria weiß einen einfachen und nachhaltigen Rat: Falls es Probleme gebe, "kriegt der Roboter einen Eimer Wasser rübergeschüttet", beruhigt er verschmitzt.

Die Frage nach einer besseren Umwelt lässt die Drei ratlos aussehen. Das ist gerade nicht ihr Thema. Aber die Schule. "Die Lehrerin hat eine elektronische Tafel", macht Viktoria eine Anleihe beim I-Pad. "Hefte haben die Kinder nicht mehr, es gibt für alle Tabletts", vervollständigt Arina das Klassenzimmer der Zukunft. "Und dann gibt es einen Sessel, der massiert, wenn man sich da reinsetzt", fällt Arina fällt noch eine tolle Errungenschaft ein, und zieht sich damit postwendend den Protest der anderen zu. "Den gibt es doch schon", widersprechen Viktoria und Zakaria.

Die beiden sechsjährigen i-Dötzchen Jana und Philipp wippen auf ihren Stühlen und denken angestrengt nach. Es gebe sicher noch mehr Autos als jetzt, aber keinen Stau mehr, wagt Jana einen optimistischen Ausblick. "Da sind dann Lücken, da können die Autos reinfahren und Lichter zeigen, wo wenig Autos sind," hilft ihr kleiner Freund Philipp technisch weiter. Bei den Baustellen vermutet er einen großen Kreis mit Lichtern, damit es staufrei bleibt. "Zum Häuserkaufen kriegen die Leute Tickets, und arme Leute kriegen die geschenkt", weiß Philipp einen wunderbaren Rat für die künftige Wohnsituation der vielen Düsseldorfer. Dass es Hochhäuser gibt mit himmelhohen Wohntürmen, davon sind beide überzeugt. "Aber ich will niemals in einem Hochhaus wohnen und wenn dann nur ganz unten", wendet Jana ein.

"Die Autos stinken nicht mehr so schlimm", wagt die Erstklässlerin ein Blick auf die Umwelt. "Die fahren alle mit Strom, das sind Elektroautos", erklärt Philipp das Phänomen der saubereren Luft. Doch das Wetter macht ihm Sorgen. Es gebe Luft- sowie Wasser-Tornados und außerdem regne es noch mehr als jetzt. Jana wiegt den Kopf, schließt sich an dem Punkt aber nicht an. "Weiß ich nicht," kommentiert sie kurz. Schule, das sei 2050 nicht viel anders als heute: "Die Lehrerin hat einen Leuchtstab. Aber die Schüler haben Papier; das ist dann immer noch so", ist sie sich sicher. Das Tollste und Schönste was die Zukunft bringen könnte, was mag das sein? "Tomatenketchup auf Brot", antwortet Philipp prompt. Mögen uns doch die einfachen Dinge erhalten bleiben!

Quelle: RP
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