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Garath
Mimento sucht die Nähe zum Publikum

Garath. Die vier Laienschauspieler mögen die kleinen Bühnen und haben eine Vorliebe fürs Literarische. Von Beate Gostincar-Walther

"Mimento" - das ist für Freunde der kleinen Theaterbühne und literarische Schätze ein Geheimtipp: Es sind vier Laien, die bereits seit den 90er Jahren ihrem schönsten Hobby frönen: der Schauspielerei. 1993 besuchte das Quartett - zwei Pädagogen und zwei Verwaltungs- Angestellte - einen Theaterworkshop in der Freizeitstätte Garath. Seit dieser "Schnupperei" sind Carola Garbe-Bresztowsky, Ulrike Hallen-Scholten, Michael Scholten und Bernd Pohl der Schauspielkunst quasi verfallen. Carola Garbe-Bresztowsky absolvierte nebenberuflich eine Ausbildung zur Theaterpädagogin. Dazu kam der gebündelte Ehrgeiz, so nachhaltig und intensiv, dass er schließlich zum eigenen Theater-Ensemble führte.

"Nach dem Workshop engagierten wir den Schauspieler Achim Brock, weil wir von der Pike auf alles lernen wollten", sagt Carola Garbe-Bresztowsky. Vier Jahre habe er sie unterrichtet. Parallel dazu spielten die Vier schon kräftig auf. "Wir sind durch alle Düsseldorfer Büchereien getingelt und in der Freizeitstätte Garath aufgetreten", erinnert sich Ulrike Hallen-Scholten. Von Beginn an entwickeln sie eine Vorliebe für literarischen Stoff. In ihrem allerersten Stück "Peter Panters Paare" führten sie Texte von Altmeister Kurt Tucholsky auf. Seitdem kreierte das Ensemble zahlreiche Programme in kreativer Eigenarbeit. Stücke wie "Die Liebe", "Schulgeschichten" oder "Mein lieber Schwan" locken ihre Zuschauer - inzwischen im intimeren Rahmen. "Nachdem uns einmal unsere Requisite zusammenkrachte, haben wir uns verkleinert", sagt Hallen lachend. Und: Mit dem gewachsenen schauspielerischen Selbstbewusstsein reizte die stärkere Nähe zum Publikum. "Café mit Liebe" in Monheim, die Kakaogalerie in Benrath oder das Angercafé in Urdenbach gehören zu ihren Spielstätten. Mit Pianistin Bettina Meisberger hat das Quartett engagierten Zuwachs bekommen. Die Text-Recherche betreiben alle gemeinsam, mit viel Hingabe zur Literatur. Aber auch unbekannte Wortschätze fließen in die Stücke ein. "Das sind zeitaufwändige Hausaufgaben, und was wir davon verwenden wird demokratisch abgestimmt", erklärt Carola Garbe-Bresztowsky.

"Mit Lampenfieber ist man besser", betont Hallen-Scholten. Außerdem sei sowieso jeder Auftritt anders, meinen beide einmütig. "Es ist toll, mal richtig fies sein zu dürfen", beschreibt Ulrike Hallen ihre Faszination. "Man kann das ganze Spektrum von Charakteren herauszulassen, und das bekommt man sonst nirgendwo los ", erklärt die Theaterpädagogin.

1999 hat sie einen "Theaterableger" gepflanzt: Die Netzstrümpfe im Zentrum-Plus Benrath, ein Projekt für ältere Schauspiel-Berufene. Geprobt wird im Joachim-Neander-Haus. "Unser ältester Spieler ist 82 Jahre", meint die 66-Jährige. Das Mimento sei ein festes Ensemble, aber bei den Netzstrümpfen ist Nachwuchs gefragt. Alter keine Frage.

Quelle: RP
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