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Garath
Mit Rauschbrille durch Alkohol-Parcours

Garath. Bei einem Aktionstag in der Fußgängerzone zeigen Caritas und Fritz-Henkel-Schule die Gefahren von Alkoholkonsum. Von Simona Meier

Der Blick ist durch die Rauschbrille getrübt, schnell wird jeder Schritt unsicher, selbst ein Slalom vorbei an den orangenen Hütchen ist ein Kraftakt. Ben von der Fritz-Henkel-Schule macht mit seinen Mitschülern Halt an einem der Aktionsstände in der Garather Fußgängerzone und stellt fest: "Ich sehe nur noch verschwommen."

Der Blick durch die Rauschbrille simulieren Sichtfeld und Gefühl einer alkoholisierten Person. Schnell ist den Jugendlichen klar: Kontrollierte Schritte sind unmöglich. Selbst Bauklötze können sie nicht mehr richtig zuordnen. "Ich glaube, sie werden über ihre Grenzen nachdenken", sagt Kaleb, der den Aktionsstand mitbetreut.

Der Alkohol-Parcours in der Fußgängerzone soll auf die Gefahren und Wirkungen von Alkohol hinweisen. Zusammengestellt haben ihn die Schüler der neunten Klassen der Fritz-Henkel-Schule. Sie haben mit 15 Jungen und Mädchen am Projekt "Halt" der Caritas Fachstelle für Beratung, Therapie und Suchtprävention teilgenommen.

"Die Schüler entwickeln die einzelnen Stationen zu den Aspekten Kenn dein Limit, Auswirkungen auf die Gesundheit, Möglichkeiten der Ersten Hilfe und Simulationen mit der Rauschbrille", sagt Sozialarbeiterin Daniela Weyers von der Caritas. Dazu haben sich die Jugendlichen fünfmal mit ihr getroffen. Ihre Ergebnisse wurden bereits den achten Klassen in der Schule vorgestellt. "Wir machen das jetzt schon im dritten Jahr", sagt Schulsozialarbeiter Sven Köller von der Fritz-Henkel-Schule. Bei dieser "Peergroup-Arbeit" lernen die jüngeren Schüler von den älteren. Beim Aktionstag sind viele Jugendliche von Garather Schulen ausgestattet mit einem Fragebogen unterwegs. Sie sollen sich an den verschiedenen Ständen informieren. Beispielsweise bei den Mitarbeitern des Ordnungsamtes. Sie geben Tipps zum Jugendschutz, denn Alkohol darf nicht an unter 16-Jährige verkauft werden. "Wir kontrollieren beispielsweise die Ausweise, wenn wir Jugendliche mit Alkohol sehen", sagen sie. Frances und Samentha haben in der Vorbereitung auch Überraschendes erfahren: Viele Organe des menschlichen Körpers werden durch Alkohol geschädigt. An einem Modell können sie das anschaulich zeigen. "Ich wusste am Anfang nicht, dass so viele Menschen dadurch sterben", sagt Samentha und liefert auch gleich die passenden Zahlen: Es sind pro Jahr 43.000 Tote.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, erfahren die Jugendlichen, was im Notfall zu tun ist. Ein Sanitäter zeigt ihnen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Dass auch alkoholfreie Cocktails eine leckere Alternative sind, können die Schüler am Nachbarstand der Alfred-Herrhausen-Schule testen. Die Rezepte liefern die Schüler gratis dazu.

Quelle: RP
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