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Garath/Hellerhof
Pfarrer auf Umwegen

Garath/Hellerhof. Rainer Brouwers begann vor 25 Jahren per Fernkurs seine Ausbildung zum Priester. Vorher lernte er Friseur, wurde dann Heilerziehungspfleger. Von Heinz Lerschmacher

Schon als Kind stand für Rainer Brouwers der Entschluss fest, Priester zu werden - ein Wunsch, der ihm aber zunächst ("Ich bin Legastheniker") verwehrt wurde. Also begann er nach dem Schulbesuch in Lierenfeld eine Friseurlehre, absolvierte dann eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.

Aus der Zeitung erfuhr er dann vom Modell ,Priesterausbildung in der Praxis'; ein Fernkurs, den er erfolgreich belegte. Er studierte Theologie und Philosophie, besuchte das Priesterseminar und absolvierte ein einjähriges Diakonat in Holzkirchen. Am 19. Mai 1991, wurde er durch Bischof Reinhardt Lettmann im Dom zu Münster zum Priester geweiht. Heute ist er Pfarrvikar im Seelsorgebereich Garath/Hellerhof.

Mit einem Dankgottesdienst feiert er in der St.-Matthäus-Kirche am Sonntag, 22. Mai, 11 Uhr, sein silbernes Priesterjubiläum. Vor zehn Monaten kam Brouwers, der zuletzt acht Jahre als "Vikarius Cooperator" mit Titel Pfarrer in Duisburg-Walsum tätig war, nach Garath. Schnell hatte sich der im November 1953 in Lierenfeld geborene Düsseldorfer Jong nach eigenen Angaben hier eingelebt.

Dem Bistum Münster blieb Brouwers nach der Priesterweihe treu und wirkte dort zweieinhalb Jahre als Kaplan. Eines Tages, so erzählt er, fragte ihn sein Bischof, ob er die freie Stelle eines Militärseelsorgers in Ahlen/Westfalen übernehmen wolle. Dem Gespräch folgten acht "Ahlener-Jahre" als Pfarrer, bevor ihn der damalige Militärbischof Johannes Dyba als Militärdekan des "Deutsch-Niederländischen Korps" in Höxter einführte. "Diese Aufgaben", so Brouwers, "prägten mich als Mensch und Priester und waren verbunden mit Auslandseinsätzen."

Auf diese Einsätze angesprochen reagierte er wortkarg. Nur zögernd berichtet er von der Not und dem Elend der Menschen sowie von ihrer Hoffnungslosigkeit in den zerbombten Städten ihrer Heimat. Hautnah habe er die letzten Tage des Kuwait-Krieges und in den Kriegsgebieten von Bosnien und Kroatien erlebt und erfahren, was es heißt, verletzte Soldaten zu betreuen und als Seelsorger zu begleiten.

Aus gesundheitlichen Gründen berief ihn sein Bischof im August 2015 als Pfarrvikar in die St.-Matthäus-Gemeinde. Hier betreut er den Caritas-Ausschuss, kümmert sich um die Seniorenarbeit und die beiden Seniorenclubs der Pfarre, macht Hausbesuche und bringt kranken Gemeindemitgliedern die Heilige Kommunion.

In der Gemeinde wurde er so binnen kurzer Zeit zu einem beliebten und geschätzten Ansprechpartner in der Seelsorge, einem Beruf, zudem er sich früh berufen fühlte.

Quelle: RP
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