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Garath
Quartiersmanagement in der Kritik

Garath: Quartiersmanagement in der Kritik
Das Hauptzentrum in Garath, hier der obere Teil der Fußgängerzone: Hier setzt Garath 2.0 bei seinen Verbesserungsvorschlägen an. Das Hauptzentrum soll attraktiver werden. FOTO: Andreas Endermann
Garath. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 10 bemängelten die Stadtteilpolitiker das fehlende Tempo beim Projekt "Garath 2.0". Außerdem forderten sie mehr Transparenz von der Verwaltung. Von Birgit Wanninger

Vor mehr als einem Jahr stellte die Verwaltung in einer Sondersitzung der Bezirksvertretung 10 die Ergebnisse von Garath 2.0 vor. Ein Projekt, das den Stadtteil attraktiver machen soll. In der jüngsten Sitzung stand das Thema wieder einmal auf der Tagesordnung, und zwar unter dem Titel "Garath 2.0 - den Wandel gestalten". Dabei ging es um Informationen zum geplanten Quartiersmanagement und die Vergabe von Fördermitteln. Wobei eigentlich beides zusammengehört.

Allerdings hagelte es massive Kritik seitens der Stadtteilpolitiker an der Verwaltung. Das Quartiersmanagement sei für verschiedene Bereiche verantwortlich, "aber passiert ist nix", erklärte Klaus Mauersberger (CDU) und ließ auch die Antwort der Vertreterin des Planungsamtes nicht gelten, man hätte kein Personal dafür und müsse die Stellen ausschreiben.

Das wiederum brachte die Stadtteilpolitiker auf die Palme, erst recht, als sie hörten, dass die Stellen europaweit ausgeschrieben werden sollen. Dieses aber noch nicht geschehen ist.

"Es kann doch nicht sein, dass externe Leute engagiert werden, die sich in Garath gar nicht auskennen", monierte Angelika Kraft-Dlangamandla (Linke) und Christiane Sieghart-Edel (SPD) stimmte zu und ergänzte, wenn die Stellen erst noch ausgeschrieben werden, dauere das Ganze ja noch länger.

Dabei hatte Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa in einer Sitzung im Frühjahr noch betont, dass mehr Bürgerkontakt geplant sei. Ziel soll es sein, die Bürger bei der nächsten Planungs- und Umsetzungsphase zu involvieren. Nicht zuletzt durch einen City-Manager und ein Quartiersmanagement, das eingerichtet werden soll. Der City-Manager soll den Kontakt zu Bürgern, Institutionen und Geschäften pflegen. Das Quartiersmanagement stellt sich Orzessek-Kruppa als eine Art Stadtteilladen vor, eine Anlaufstelle für Bürger.

"Doch von einer Anlaufstelle für Bürger kann bisher nicht die Rede sein", erklärte Mauersberger gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Vielmehr sei die Verwaltungsvorlage "kryptisch", "diffus" und beinhalte nur Plattitüden. Konkretes sei nicht zu lesen. "Ich bin fassungslos", sagte er.

"Das Quartiersmanagement soll Bewohnern für Fragen, Anregungen und Gesprächen zur Verfügung stehen ... Dazu soll eine Immobile an einem zentralen Standort als Quartiersbüro angemietet werden", heißt es in dem 221 Seiten starken Konzept für Garath 2.0, dessen Erarbeitung rund 300.000 Euro gekostet haben soll.

Die Verwaltung machte in der Sitzung darauf aufmerksam, dass es ähnliche Büros in Flingern und Holthausen gebe. "Das hat nichts mit Garath 2.0 zu tun, das können wir nicht einfach übernehmen", echauffierte sich Mauersberger und empfahl, der Bezirksverwaltungsstelle zwei Mitarbeiter zu Seite zu stellen. Das sei effizienter. Das sei nicht möglich, erklärte die Planungsamtsmitarbeiterin, denn dann gebe es keine Fördermittel.

Zwar nahm die BV die Vorlage zur Kenntnis, gab aber zahlreiche Kritikpunkte zu Protokoll, die heute den Mitgliedern des Planungsausschusses vorliegen sollen. So kritisiert die BV die Dauer und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, konkret das Quartiersmanagement.

Die BV wehrt sich dabei gegen ein externes Quartiersmanagements. Es sei effizienter, eine ortsansässige und somit sachkundige Institution zu beauftragen. Darüber hinaus fordert sie mehr Transparenz und Inhalte. Das gilt insbesondere für die künftigen Aufgaben des Quartiersmanagements.

Heute berät der Planungsausschuss. Am Montag, 9. Oktober, berät der Haupt- und Finanzausschuss, ehe der Rat in seiner Sitzung am 19. Oktober beschließen soll, dass ein Quartiersmanagement eingerichtet werden soll - unter Berücksichtigung von Fördermitteln.

Quelle: RP
 
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