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Garath
SOS-Stifter erstmals im Jugendtreff

Garath. Mehr als 50 Stifter kamen gestern in Garath zusammen, um sich über die dortige Arbeit zu informieren. Gastgeber Herbert Stauber führte durch die unterschiedlichen Räumlichkeiten der Einrichtung. Von Birgit Wanninger

Wo normalerweise Jugendliche kickern oder Dart spielen und rockige Musik zu hören ist, saßen gestern morgen Männer in dunklen Anzügen und Frauen in Business-Kostümen in ordentlich aufgestellten Stuhlreihen.

Für einen offiziellen Festakt wurde der Jugendtreff an der Frankfurter Straße umfunktioniert. Die SOS-Kinderdorf-Stiftung lud zum Stiftungstreffen ein, zu dem mehr als 50 Stifter und Unterstützer aus ganz Deutschland nach Garath angereist waren. Gastgeber war Herbert Stauber, Düsseldorfer Leiter von SOS-Kinderdorf, mit Sitz in Garath.

Die Arbeit, Ziele und künftigen Projekte der SOS-Kinderdorf-Stiftung waren unter anderem Thema dieses inzwischen traditionellen Treffens, das gestern zum neunten Mal stattfand, erstmalig in Düsseldorf. Gastgeber Stauber berichtete über die Arbeit in Garath, wie er klein angefangen hatte, wie SOS Kinderdorf immer weiter wuchs - vom Familien- und Jugendtreff. Inzwischen ist SOS Träger zweier Kindergärten in Garath. Da konnte Stauber aktuell die neuen Zahlen berichten, und dass beide Kitas voll besetzt seien.

Viel Applaus bekam er, nachdem er die Geschichte der minderjährigen, alleinreisenden Flüchtlinge erzählte, von denen acht junge Afghanen neun Monate im dem Jugendtreff lebten. Heute haben sie ihre eigenen Wohnungen. Und einige von ihnen haben sich sehr gut integriert und sprechen nahezu schon perfekt Deutsch.

Aber nicht alle. Das machte Bärbel Ludewig deutlich, eine der zahlreichen Ehrenamtler. Die pensioierte Grundschullehrerin hilft bei der Hausaufgabenbetreuung. Armin Maiwald, Schirmherr der SOS-Kinderdorf-Stiftung und Miterfinder der "Sendung mit der Maus", interviewte charmant die ehemalige Pädagogin, die im Ruhestand weder Wellness noch Bridge zu begeistern sei, wie sie erklärte. Sie wolle etwas Sinnvolles machen.

Zweimal in der Woche unterrichtet sie drei der jungen Afghanen, die erst einmal alphabetisiert werden müssen, wie sie erklärte. "Keine leichte Aufgabe", meinte Maiwald. Und Bärbel Ludwig gab ihm Recht. Es sei schon sehr schwierig. Aber ihr käme die jahrelange Erfahrung, Erstklässler unterricht zu haben, zu Gute.

Darüber hinaus betreut sie seit zwei Jahren regelmäßig Kinder mit Migrationshindergrund bei den Hausaufgaben. Dies liegt nicht nur ihr am Herzen, sondern auch Armin Maiwald, der das Bildungszentrum in Garath unterstützt. Maiwald erklärte, er sei sicher, dass die Ausschüttung aus dem Stiftervermögen, um die es ging, dort gut investiert sei. "Denn Bildung geht uns alle an. Wer in Bildung investiert, sichert die Perspektive unserer Kinder und damit die unserer Gesellschaft nachhaltig."

"Unser Wunsch ist, dass unsere Stiftung weiter erfolgreich wächst", betonte Elke Tesarczyk, Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdorfstiftung, zum Abschluss des offiziellen Teils. Dann stellten Herbert Stauber und seine Mitarbeiten den Gästen die zahlreichen SOS-Einrichtungen in Garath vor.

Quelle: RP
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