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Garath
Übergangslösung bei Hell-Ga in Sicht

Garath: Übergangslösung bei Hell-Ga in Sicht
Dicht bewachsen ist das Grundstück an der Carl-Severing-Straße, das SOS-Kinderdorf von der katholischen Kirchengemeinde kaufen möchte. FOTO: Olaf Staschik
Garath. Die katholische Kirchengemeinde möchte ein Grundstück ans SOS-Kinderdorf verkaufen. Dort soll ein Provisorium für das Mehrgenerationenhaus entstehen. Auf dem Gelände der Hoffnungskirche könnte endlich gebaut werden. Von Birgit Wanninger

Schon seit Jahren sucht Herbert Stauber ein geeignetes Grundstück, um mit dem SOS-Kinderdorf weiter in Garath zu expandieren. Er plant, dort beispielsweise ein Haus oder Wohnungen für SOS-Kinderdorf-Familien oder für Jugendliche zu errichten. Jetzt ist er fündig geworden. Die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) 10, zuständig für Garath und Hellerhof, müssen in ihrer Sitzung am Dienstag nur noch einer Bauvoranfrage für das Grundstück an der Carl-Severing-Straße zustimmen.

Dort soll dann übergangsweise das Mehrgenerationenhaus Hell-Ga einziehen. Zurzeit befindet sich Hell-Ga an der Ricarda-Huch-Straße, und zwar auf dem Gelände der seit mehr als drei Jahren entwidmeten Hoffnungskirche. Zwar hat Hell-Ga dort noch ein Nutzungsrecht bis 2020, doch der neue Eigentümer, die Caritas, möchte dort Ersatz für das Hildegardisheim bauen. Je schneller, desto besser.

Eine neues Domizil für Hell-Ga ist an der Mathias-Erzberger-Straße geplant, wo SOS ein Familienzentrum in der Nähe des derzeitigen SOS-Treffs plant. Doch bis das Bauvorhaben fertiggestellt sein wird, inklusive Tiefgarage und Stadtteiltreff, das dauert.

Deswegen wird eine vorübergehende Bleibe für Hell-Ga gesucht. Und die scheint offenbar gefunden. Geplant ist die "Errichtung eines temporären Standortes als Übergangslösung zum Beispiel mit Containern oder in Holzständerbauweise auf dem Grundstück Carl-Severing-Straße 2", heißt es in der Vorlage für die Bezirksvertretung. Sobald das Bauvorhaben an der Mathias-Erzberger-Straße bezugsfertig ist, und Hell-Ga dorthin gezogen ist, soll die "temporäre Lösung" zurückgebaut werden, und SOS kann dort ein Gebäude bis zu drei Stockwerken bauen.

Immer wieder hat Herbert Stauber, Chef des Düsseldorfer SOS-Kinderdorf, seine Fühler ausgestreckt und nach geeigneten Grundstücken gesucht und gefragt. Dabei blickt er - ohne es zu wissen - schon seit Jahren auf eines, das sofort bebaut werden könnte. Ein Terrain, das direkt vor seiner Tür liegt.

Keine 50 Meter vom SOS-Büro an der Mathias-Erzberger-Straße befindet sich, gleich an die Frankfurter Straße grenzend, das Grundstück Carl-Severing-Straße 2. Eigentümer ist die katholische Kirchengemeinde St. Matthäus.

SPD-Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder kommt dort regelmäßig vorbei, und irgendwann dachte sie, die Fläche wird doch nicht genutzt. So kam sie auf die Idee, einen Kontakt mit dem Eigentümer, der katholischen Kirchengemeinde, herzustellen.

Seit der Fusion 2007 von St. Mätthäus und St. Nikolaus liegt das Gelände brach. "Für uns ist es nutzlos geworden", sagt Heinz Boeken, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, zumal das künftige Gemeindezentrum in Garath Süd-West gebaut werden soll. Deshalb will die Kirchengemeinde das Gelände an SOS verkaufen. "Das Geld können wir gut für unseren Neubau gebrauchen", sagt Boeken. Das Grundstück zu veräußern, sei eine Gemeinschaftsidee gewesen, von der Stadt, Politik, das Erzbistum und die Kirchengemeinde gleichermaßen begeistert waren.

Wenn es nach Boeken ginge, könnte sofort nach der Zustimmung der Bezirksvertretung der Vertrag unterschrieben werden. Ursula Holtmann-Schnieder sieht den Plan als eine positive Botschaft, dass sich in Garath etwas bewegt. Denn auf dem Gelände der Hoffnungskirche ist bis dato nichts passiert. Jetzt könne die Caritas anders planen, und es könnte Bewegung in Garath Nord-West kommen. "Ich bin da zuversichtlich", sagt sie und glaubt, dass der Grundstücksverkauf ein Weg in die richtige Richtung sei. Dann würde auch das Zentrum in Garath Nord-West wieder belebt, meint sie.

Die Bezirksvertretung soll jetzt die erforderliche Befreiung hinsichtlich der Art der Nutzung beschließen. Sie ist für die Entscheidung zuständig, weil eine Befreiung nach dem Baugesetzbuch erteilt werden muss, wenn das Grundstück mehr als 1000 Quadratmeter groß ist. Das Grundstück an der Carl-Severing-Straße ist etwa 1300 Quadratmeter groß.

Quelle: RP
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