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Garath
Unbekannte locken Sauen aus dem Gatter

Garath: Unbekannte locken Sauen aus dem Gatter
Förster Dankwart von Dörnberg vor dem Zaun seines Garather Geländes, wo er immer wieder die Löcher notdürftig flickt. FOTO: Olaf Staschik
Garath. Jemand legt regelmäßig Schlachtabfälle aus, um die Wildschweine aus dem Gatter der Burgdorff'schen Forstverwaltung zu locken. Die Stadtverwaltung glaubt nicht an einen Wilderer, geht aber verstärkt Streife. Von Birgit Wanninger

Täglich geht die Hundebesitzerin mit ihrem Vierbeiner durch den Garather Forst spazieren. Da lässt Frauchen auch schon mal ihren Hund von der Leine. Und der kam plötzlich stundenlang nicht wieder - das war kurz vor Weihnachten. Fressen wollte er danach auch nichts.

Tage später wusste die Hundebesitzerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, warum. Sie entdeckte unweit des Weges "Berge von Fleisch und Wurst-Enden". Kein schöner Anblick. Ihren Hund hat sie seitdem immer angeleint. "Der riecht das sofort, wenn wieder Fleisch ausgelegt ist", sagt sie und hat sich deshalb schon mehrfach an die Stadtverwaltung gewandt, die jedes Mal die Reste des Fleischberges entfernen ließ. Merkwürdigerweise liegen die Schlachtabfälle immer an der Grenze zum abgezäunten Gebiet der Burgdorff'schen Forstverwaltung. Für deren Verwalter Dankwart von Dörnberg steht fest: Hier ist ein Wilderer unterwegs. "Wahrscheinlich ein Metzger; denn die Fleischreste sind von den nebenliegenden Knochen perfekt ausgelöst", sagt Dörnberg. Und mit dem Fleisch lockt der Mann die Wildschweine an, die auf Dörnbergs Gebiet leben. Seine Theorie: Der Unbekannte (es könnten auch mehrere sein) legt ein bisschen Fleisch auf seinem Gelände aus, lockt damit die Wildschweine an den Zaun, und auf dem öffentlichen Stadtgebiet liegen dann jede Menge weitere Fleischreste. Um die zehn bis 20 Kilo.

"Dann wühlen die Sauen so lange, bis sie drankommen", sagt von Dörnberg und kann nicht ausschließen, dass sie unter den Zaun hindurchkriechen und ins freie Gelände gelangen, obwohl er den Zaun immer wieder repariert. Die frei laufende Wildschweine ziehen dann weiter Richtung Hilden.

Aber: "Der Mann hat auch genug Zeit, die Sauen abzuschießen", sagt von Dörnberg, und schließt nicht aus, dass der Täter beim Graben unter dem Zaun nachgeholfen hat. Auch weiß er aus der Nachbarschaft rund ums Kappeler Feld und die Adalbert-Bruch-Straße, dass die Anwohner mehrfach nachts Schüsse gehört haben.

Auf dem privaten Gelände sind zahlreiche Wildschweinspuren zu sehen - direkt vor dem Zaun, wo am Montagmorgen wieder Fleisch ausgelegt worden war. Von Dörnberg hatte es in aller Frühe entdeckt und das Ordnungsamt angerufen. Für ihn steht fest, dass der Unbekannte immer dreister wird. Hatte er anfangs nur sporadisch Fleisch ausgelegt, ist er seit kurz vor Weihnachten mehrfach in der Woche unterwegs.

"Der erlegt die Sau und verarbeitet sie gleich, denn das ist ein Profi", ist von Dörnberg überzeugt. Er mutmaßt, dass der Mann das tote Tier entweder im Kofferraum seines Autos verfrachtet (die großen Parkplätze für die Häuser sind nicht weit entfernt), "oder er bringt es in den Keller, weil er hier wohnt".

Paul Schmitz, Leiter der Stadtforstverwaltung, kennt das Problem, dass jemand regelmäßig Schlachtabfälle wegwirft. Das sei keine Lappalie, sagt er, doch den Verdacht des Försters von Dörnberg weist er zurück. Er glaubt nicht daran, dass im Garather Forst gewildert wird: "Wer will eine Wildsau wegschleifen?", fragt er. Die Wahrscheinlichkeit, dabei aufzufallen, sei viel zu groß. Auch habe er noch keine Blutspuren entdeckt. Dem entgegnet von Dörnberg: "Je nach Schuss verliert ein Tier so gut wie kein Blut."

Schmitz hat eher den Verdacht, dass es sich bei dem Unbekannten entweder um einen Tierschützer handelt, der etwas gegen die Wildschweine im Gatter habe. Es kann seines Erachtens aber auch jemand sein, der neidisch auf die Forstverwaltung ist. Aber das seien nur Spekulationen, sagt er.

Beim städtischen Umweltamt hat Paul Schmitz schon Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Und sowohl der OSD als auch die städtischen Förstern gehen inzwischen verstärkt Streife.

Schmitz' Appell an die Spaziergänger, falls ihnen etwas auffällt oder sie Schlachtabfälle entdecken, können sie sich an ihn wenden. Seine Bitte: Sofort anrufen unter 8926805.

Quelle: RP
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