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Garath
Waschbären entern auch Vogelfutterhäuschen

Garath: Waschbären entern auch Vogelfutterhäuschen
Ein Waschbär kletter in Gruiten zu einem Vogelfutterhaus hoch und verputzt den Inhalt. FOTO: Ola
Garath. Die Allesfresser breiten sich in der Umgebung von Haan aus. Noch werden sie im Düsseldorfer Süden selten gesichtet. Von Simona Meier und Ralf Geraedts

Es sind kratzende Geräusche, die den Waschbären verraten. In Haan-Gruiten ertappte der dortige Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe einen kleinen Waschbären, der kletternd in ein Vogelhäuschen gelangte und dort auf seiner Nahrungssuche fündig wurde.

Kein Einzelfall in dieser Gegend, denn die Waschbären-Population nimmt stetig zu. Die Jägerschaft schätzt den Bestand bereits auf 70 bis 80 Tiere. Die Waschbären nisten sich in Carports oder unter Dächer ein.

Das gar nicht weit entfernt schon so viele Waschbären ihr Unwesen treiben, macht auch Dankwart von Dörnberg von der Forstverwaltung Schlosshof Garath Sorgen. "Noch habe ich nur ab und zu mal einen Waschbären in der Fotofalle entdeckt", sagt er, vermutet aber, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sich die Tiere auch im Düsseldorfer Süden ausbreiten. "Wenn sie dann da sind, haben sie keine natürlichen Feinde", sagt er. Die kleinen Allesfresser sind possierliche Tierchen, machen aber Ärger. Sie vermehren sich schnell und auf der Suche nach Futter gibt es kein Halten. Kompost, Schrebergärten und Dachstühle sind beliebte Orte für Waschbären. "Wenn Sie einen sehen, gibt es viel mehr, es können bis zu 20 sein", sagt Förster Dankwart von Dörnberg.

Bislang sei es seines Erachtens den Wildschweinen im Garather Forst zu verdanken, dass die Waschbären noch keine Probleme im Düsseldorfer Süden verursachen.

Wenn die Klagen der Bürger zunehmen, wie jetzt in der Nachbarschaft in Haan und Umgebung, dann wird es auch für die Jäger schwierig. Denn die Tiere können nur mit Fallen oder Waffen erwischt werden. "Ich hatte gehofft, dass wir Ruhe davor haben", sagt von Dörnberg. Bislang habe das geltende ökologische Jagdgesetz in Nordrhein-Westfalen der Jagd mit Fallen einen Riegel vorgeschoben.

Die eigentliche Heimat der Waschbären liegt in Nord- und Mittelamerika. Zurückverfolgen lassen sich die deutschen Waschbären aus Sicht des Naturschutzbundes NRW in das Jahr 1934. Auf seiner Internetseite beschreibt er, das aus jagdlichen Gründen am hessischen Edersee zwei Paare ausgesetzt wurden. Zehn Jahre später entkamen Waschbären aus einer Pelztierfarm im Kreis Strausberg (nahe Berlin). Sie bildeten wahrscheinlich den Grundstock heutiger Populationen.

Während es im Düsseldorfer Süden noch ruhig zugeht, hat der Gruitener Jäger Karl-August Niepenberg eine andere Perspektive. Die Entwicklung der Waschbär-Population sei "dramatisch". Fest macht er das unter anderem an der Zahl der auf Straßen überfahrener Waschbären.

Quelle: RP
 
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