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Garath
Wiesencafé soll nächstes Jahr fertig sein

Garath: Wiesencafé soll nächstes Jahr fertig sein
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche beim Spatenstich auf dem Grundstück mit Kindern, die an dem Projekt beteiligt sind. FOTO: Alessa Brings
Garath. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche kam zum Spatenstich des Bauprojektes "Wiesencafé" am Wittenberger Weg in Garath. Schüler der Alfred-Herrhausen-Schule planen das Café zusammen mit der Künstlerin Ute Reeh. Von Alessa Brings

Nur zwanzig Minuten dauerte es, bis die Idee entstand, ein Wiesencafé zu gestalten, so erzählt es die Düsseldorfer Künstlerin Ute Reeh.

Sie arbeitet zusammen mit den Schülern der Alfred-Herrhausen-Schule in Garath an dem Projekt. Es war den Schülern ein Anliegen, einen Ort zu schaffen, an dem sie nach dem Unterricht und auch an schulfreien Tagen zusammen sitzen und essen oder sich unterhalten können. Gemeinsam mit der Künstlerin entwickelten sie Ideen, wie ein solcher Ort am besten umzusetzen ist.

Die 15-jährige Angelina war für die Innenausstattung der Mädchentoiletten zuständig und hat auch die Dachterrasse des Cafés mitentwickelt. "Wir möchten viel Glas benutzen", sagt sie. Sollte es mal regnen, bleibt man trocken, sitzt aber immer noch im Tageslicht. Angelina freut sich, dass Ute Reeh in ihre Klasse kam und so das Projekt begann. Drei Klassen waren insgesamt beteiligt.

Förderer des Projektes sind die Landesinitiative Stadtbaukultur NRW, die Albert Sevinc Stiftung Düsseldorf, die Holcim AG Deutschland, die städtische Wohnungsgesellschaft SWD und die Peter Behrens School of Arts Düsseldorf.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche erschien persönlich zum Spatenstich und bewies gärtnerisches Talent: Trotz der sommerlich heißen Temperaturen und dem dadurch festgebackenen Boden stach er die Schaufel tief hinein und brachte ein großes Stück Erde zu Tage, was die umstehenden Gäste mit Applaus quittierten.

Hintzsche freute sich über die "breite Bürgerbeteiligung" an der Gestaltung des Cafés. Das Café ist das jüngste Projekt der Initiative Garath 2.0. Gerade weil es eher am Rand von Garath gelegen ist, hält der Stadtdirektor das Wiesencafé für wichtig: "Ganz Garath sollte als städtebaulich isolierter Brennpunkt in den Blick geraten, auch Gebiete in der Randlage." Zudem schätzt er bauliche Ideen, die von denjenigen kommt, die sie auch nach Beendigung der Bauphase nutzen: "Diese Projekte sind dann am ehesten realisierbar." Dass die Kinder mit so viel Herzblut mitarbeiten, findet er großartig. Ute Reeh müsse ein großes Dankeschön gelten, sagte er und fügte hinzu, dass es ihre Hartnäckigkeit gewesen sei, die dafür gesorgt hätte, dass die Bauanträge schnell genehmigt wurden.

Die Künstlerin selbst lobte das Engagement der Schüler. Sie hätte sich zurückgehalten und den Schülern den Vortritt gelassen. "Es ist immer wichtig, dass man auf Augenhöhe kooperiert und anderen auch mal den Vortritt lässt", sagte sie, obwohl sie als Künstlerin und Kunstdozentin natürlich ihre Fachkompetenz zur Verfügung gestellt hat. Für architektonische Fragen zog sie den Architekten Pablo Molestina und sowohl Studenten, als auch Dozenten der Peter Behrens School of Arts (PBSA) hinzu, wie Martin Klein-Wiele, Professor für Möbelbau und seinen Bruder Franz, der die Werkstatt der Schule leitet. Über die Mitarbeit ihrer Studenten möchten sich die Brüder nicht beklagen. "Manchmal müssen wir sie aber ermutigen, ihren gewohnten Baustil etwas auszuweiten und gewagter zu werden", sagt Martin Klein-Wiele. Er deutet an, dass dies bei den Arbeiten für das Wiesencafé durchaus geglückt sei.

Heinz-Werner Schnittker vom Katholischen Verband für soziale Dienste findet es wichtig, dass neben den Studenten der PBSA auch die Bewohner von Beginn an in das Bauprojekt mit einbezogen werden: "So kann direkt ein Bezug hergestellt werden. Wenn das Café erst einmal steht, ist es zu spät."

Das Café soll eine großzügige Terrasse bekommen, auf der auch Veranstaltungen stattfinden können. Das Café soll nicht nur für die Bewohner des "isolierten Viertels", wie es Schnittker nennt, reizvoll sein, sondern auch Düsseldorfer aus anderen Stadtteilen anlocken.

Die Schüler der Alfred-Herrhausen-Schule freuen sich jedenfalls auf "ihr" neues Café und haben sich vorgenommen, viel Zeit mit ihren Freunden dort zu verbringen.

Quelle: RP
 
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